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Beziehungskiller Langeweile: Weilst du noch, oder langt es schon?

Langeweile macht auch Engeln zu schaffen.

Langeweile – sicherlich einer der Beziehungskiller überhaupt! In reiferen Jahren ist es gerne das verflixte siebte Jahr, das mit diesem Phänomen in Verbindung gebracht wird. Als Teenie können es auch leicht nur sieben Tage sein, die einfach unglaublich lang, langweilig und irgendwie klebrig erscheinen. Ist das nicht seltsam? Woran liegt das? Sind die vielen Möglichkeiten der Jetzt-Zeit schuld? Wie war es denn früher? Sagen wir mal in den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts. Blöd, dass man die nicht fragen kann, weil die damals Liierten überwiegend eines sind, nämlich tot. Laut Wikipedia ist die Langeweile  „das unwohle, unangenehme Gefühl, das durch erzwungenes Nichtstun hervorgerufen wird oder bei einer als monoton oder unterfordernd empfundenen Tätigkeit aufkommen kann“. Hust. Übertrage ich diese Aussage auf das Thema Mann/Frau, dann gehen doch ziemlich schlagartig einige Lichter an.

Erschreckend gleichartige Muster

Bleiben wir doch erstmal bei der „als monoton oder unterfordernd empfundenen Tätigkeit“. Und denken wir das in Richtung Bett. Oder wir nennen es gleich beim Namen – der Sex in Partnerschaften neigt nicht selten dazu, im Laufe der Zeit erschreckend gleichartigen Mustern zu folgen. Oder frei nach dem Motto: Wer zuletzt kommt, den bestraft das Leben! Schließlich müssen wir morgen beide früh raus! Bitte nicht falsch verstehen: Natürlich passiert das nicht von heute auf morgen, es ist eher so wie mit dem Toastbrot im Brotkasten: Ganz lang kann man es noch genießen und plötzlich ist es grün und blau. Schimmel dran! Was dann?

Erzwungenes Nichtstun?

Hier kommt ganz schnell die zweite Aussage aus dem eingangs erwähnten Zitat zur Wirkung, nämlich „das unwohle, unangenehme Gefühl, das durch erzwungenes Nichtstun hervorgerufen wird“. Denn wenn im abendlich-nächtlichen Liebesspiel nicht mehr Rammstein, sondern Fahrstuhlmusik der Soundtrack ist, dann neigt Mensch eben dazu, derlei Aktivitäten einfach zu unterlassen. Erzwungenes Nichtstun also? Das gilt es ja schon zu hinterfragen, denn die Publikumsmedien sind ja voll von „nützlichen Tipps“ und „praktischen Tricks“, wie ein Paar denn diesem Mahlstrom der „eingeschlafenen Füße“ wieder entkommen kann. Allein: Das müssen beide wollen und sich zudem noch auf bestimmte Tipps oder Tricks einigen wollen – was häufig nicht gelingt. Schon das Thema anzuschlagen, gleicht einem diplomatischen Hochseilakt.

Auswegen aus der Beziehungs-Sackgasse?

Yo, und pfeif auf alte Zeiten, die Zeugen können wir eh nicht mehr fragen – heute ist die Antwort auf die „eingeschlafenen Füße“ sehr häufig eine Neuorientierung im Netz. Da wird im Bus zur Arbeit ge-tindert, am Rechner im Büro das Datingportal geöffnet. Und der Grund: die bleierne Langeweile. Das geht noch bunter, bitte ein bisserl mehr bpm für mein Leben, tipp, tipp, tipp. Wozu also die lästige „Arbeit“ auf sich nehmen und mit dem Menschen, mit dem man aktuell in Beziehung ist, nach Auswegen aus der Beziehungs-Sackgasse zu suchen? Da draußen ist alles so schön bunt und ist nur einen Klick oder Wisch entfernt. Aber die entscheidende Frage vor all dem Wischen und Klicken ist doch: Haben wir alles probiert? Und anders herum: Bin ich wirklich fair zu meinem Gegenüber am anderen Ende des Netzes? Oder langweile ich mich nur und hätte eigentlich nur gerne ein Update für das, was gerade ist? Leider stellen sich nur wenige dieser Frage und nehmen Verletzungen auf der „anderen Seite“ ignorant in Kauf. Langeweile? Kann echt wehtun …

 

1 Antwort
  1. Avatar
    Dinara says:

    Wenn man sich in der Beziehung langweilt macht man in der Regel einen Fehler: Man spricht nicht miteinander, und wenn an einander vorbei. Viele Probleme beziehen sich auf Probleme im Bett. Hier herrscht oftmals Langeweile, weil niemand sich traut, seine Wünsche zu äussern. Oftmals sind es kleine Dinge, wie Liebeskugeln, Toys oder Rollenspiele und der Pep im Bett kommt zurück. dann hat man auch wieder etwas worüber man reden kann

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