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Männerhintern, Männerbauch

Das Verhältnis zwischen Mann und Frau strotzt ja geradezu vor rätselhaften Fakten und Mysterien. Eines davon ist in meinen Augen die Tatsache, dass Frauen bei der Betrachtung eines Mannes zwar zuerst auf die Augen achten, gleich danach aber folgt der Hintern des Mannes. Das ist zunächst einmal ein Fakt, der mir in jüngeren Jahren gänzlich unbekannt war. Die „Bravo“ hatte dazu nichts geschrieben (oder es war in einem jener Hefte, die ich verpasst habe) und die ersten Frauen, mit denen ich zusammen war, sprachen auch nicht darüber. Erst später, in meinen längeren Beziehungen, bekam ich eine Ahnung davon, wie wichtig der Po wohl für die Frauen ist. Etwa, wenn ich in „ihrer“ Begleitung eine neue Hose kaufte und der lobende Kommentar dann lakonisch lautete „Ja, die sitzt am Arsch ganz gut“. Oder im Straßencafé sitzend plötzlich ein freudiger Ausruf angesichts eines vorbeilaufenden Mannes „Wow, der hat ja einen schönen Hintern“. Wer derlei als Mann von sich gibt, darf nicht damit rechnen, dass Frau das gut fände, dies sei nur am Rande angemerkt.

Blick auf den Hintern aus der Urzeit?

Bleibt aber die Frage, woher das eigentlich kommt? Über das gute, alte Bauarbeiter-Dekolleté werden ja zumeist eher abfällige Witze gerissen. Und das mit dem „Arsch in der Hose haben“ ist ja auch eigentlich eher metaphorisch gemeint und bezieht sich auf eine Charaktertugend – zumindest hoffe ich das. Die Wiener Psychologin Gerti Senger erklärte das in einem Interview mit dem „Focus“ so: „Frauen folgen diesbezüglich noch immer archaischen Mustern. In der Urzeit signalisierte ein muskulöser Männerhintern für sie: Der Mann kann schnell rennen, einer Gefahr ausweichen und mich retten.“ Aha! Woher sie das weiß, erklärt die gute Dame nämlich nicht. Verfügt sie über eine Zeitmaschine und hat diverse Steinzeitfrauen verschiedenster Kulturen zum Thema befragt? Ich meine, wenn ein Mann schnell rennen kann, dann er doch auch prima vor einer Frau davonrennen, oder? Nur mal ganz naiv gefragt. Und ob ein flinker Läufer zugleich auch ein brillanter Jäger ist? Wie soll man das bitte am Hintern erkennen?

Nonverbale Ansage an die Steinzeitfrau

Um jetzt mal im steinzeitlichen Kontext zu bleiben: Ein weitaus erfolgversprechenderes Merkmal, um einen erfolgreichen Jäger zu erkennen, wäre es doch, wenn dieser Mann über einen ansehnlichen Bauchansatz verfügt? Der trägt doch ganz klar im wahrsten Sinne des Wortes eine aussagekräftige Message vor sich her – sinngemäß: „Ich kann so viele Mammuts und Wollnashörner killen, dass das nicht nur für meine Sippe reicht, sondern auch um meinen ganz persönlichen Wintervorrat anzulegen!“ Das ist doch mal eine nonverbale Ansage an die Steinzeitfrau, die zudem angesichts des sichtbaren Vorrats davon ausgehen kann, dass dieser Mann auch im nächsten Sommer wieder erfolgreich jagen wird. Braucht es für diese meine These einen Beweis? Ihr findet ihn in jeder Fußgängerzone! Schaut euch die Männer an, die vorbeilaufen und macht eine simple Strichliste: Wie viele mit Knackarsch kommen vorbei und wie viele haben einen ordentlichen Bauch oder Bauchansatz? Für mich ist die Sache klar: Der Männerbauch ist es, der immer noch archaischen Mustern folgt und den „Jagderfolg“ seines Besitzers deutlich zum Ausdruck bringt. Habe fertig, jetzt erstmal ein Bier und einen herzhaften Schweinsbraten.

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Liebe auf Wunsch?

Kürzlich besuchte ich in München eine Gruppe von Menschen, die es tatsächlich für möglich hielten, jedermann lieben zu können. Es komme nur darauf an, dass man das wirklich wolle. Das brachte eine Saite in mir zum Klingen, meine Sehnsuchtssaite.

Der erste Impuls meiner realistischen Seite äußerte sich freilich erst einmal kritisch: „Quatsch. Es ist schon schwer genug, auch nur einen Menschen zu lieben.“ Ja stimmt, und meistens hält das nur bis zum verflixten siebenten Jahr. Nachdem aber etwas in mir einem derartigen Realismus misstraut, drängte gleich ein zweiter Gedanke hinterher: „Warum eigentlich nicht?“ Weiterlesen

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Kosenamen: Wenn der Bärli mit dem Hasen um die Ecke tanzt …

Eine Sache in der Beziehung von Männern und Frauen hat sich mir nie wirklich bis in die Tiefe erschlossen, nämlich das mit den Kosenamen. Ich frage ja nur: Was bringt einen Menschen, der beispielsweise Bernd heißt, dazu, sich von einer Menschin, mit der er nun seit einigen Wochen Körperflüssigkeiten austauscht, plötzlich Bärli nennen zu lassen? Und das auch noch klaglos hinzunehmen? Ist das nicht die freiwillige Aufgabe der eigenen Persönlichkeitsrechte, ja schlimmer noch: der eigenen Identität? Weiterlesen

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Beziehungskiller Langeweile: Weilst du noch, oder langt es schon?

Langeweile – sicherlich einer der Beziehungskiller überhaupt! In reiferen Jahren ist es gerne das verflixte siebte Jahr, das mit diesem Phänomen in Verbindung gebracht wird. Als Teenie können es auch leicht nur sieben Tage sein, die einfach unglaublich lang, langweilig und irgendwie klebrig erscheinen. Ist das nicht seltsam? Woran liegt das? Sind die vielen Möglichkeiten der Jetzt-Zeit schuld? Wie war es denn früher? Sagen wir mal in den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts. Blöd, dass man die nicht fragen kann, weil die damals Liierten überwiegend eines sind, nämlich tot. Laut Wikipedia ist die Langeweile  „das unwohle, unangenehme Gefühl, das durch erzwungenes Nichtstun hervorgerufen wird oder bei einer als monoton oder unterfordernd empfundenen Tätigkeit aufkommen kann“. Hust. Übertrage ich diese Aussage auf das Thema Mann/Frau, dann gehen doch ziemlich schlagartig einige Lichter an.

Erschreckend gleichartige Muster

Bleiben wir doch erstmal bei der „als monoton oder unterfordernd empfundenen Tätigkeit“. Und denken wir das in Richtung Bett. Oder wir nennen es gleich beim Namen – der Sex in Partnerschaften neigt nicht selten dazu, im Laufe der Zeit erschreckend gleichartigen Mustern zu folgen. Oder frei nach dem Motto: Wer zuletzt kommt, den bestraft das Leben! Schließlich müssen wir morgen beide früh raus! Bitte nicht falsch verstehen: Natürlich passiert das nicht von heute auf morgen, es ist eher so wie mit dem Toastbrot im Brotkasten: Ganz lang kann man es noch genießen und plötzlich ist es grün und blau. Schimmel dran! Was dann?

Erzwungenes Nichtstun?

Hier kommt ganz schnell die zweite Aussage aus dem eingangs erwähnten Zitat zur Wirkung, nämlich „das unwohle, unangenehme Gefühl, das durch erzwungenes Nichtstun hervorgerufen wird“. Denn wenn im abendlich-nächtlichen Liebesspiel nicht mehr Rammstein, sondern Fahrstuhlmusik der Soundtrack ist, dann neigt Mensch eben dazu, derlei Aktivitäten einfach zu unterlassen. Erzwungenes Nichtstun also? Das gilt es ja schon zu hinterfragen, denn die Publikumsmedien sind ja voll von „nützlichen Tipps“ und „praktischen Tricks“, wie ein Paar denn diesem Mahlstrom der „eingeschlafenen Füße“ wieder entkommen kann. Allein: Das müssen beide wollen und sich zudem noch auf bestimmte Tipps oder Tricks einigen wollen – was häufig nicht gelingt. Schon das Thema anzuschlagen, gleicht einem diplomatischen Hochseilakt.

Auswegen aus der Beziehungs-Sackgasse?

Yo, und pfeif auf alte Zeiten, die Zeugen können wir eh nicht mehr fragen – heute ist die Antwort auf die „eingeschlafenen Füße“ sehr häufig eine Neuorientierung im Netz. Da wird im Bus zur Arbeit ge-tindert, am Rechner im Büro das Datingportal geöffnet. Und der Grund: die bleierne Langeweile. Das geht noch bunter, bitte ein bisserl mehr bpm für mein Leben, tipp, tipp, tipp. Wozu also die lästige „Arbeit“ auf sich nehmen und mit dem Menschen, mit dem man aktuell in Beziehung ist, nach Auswegen aus der Beziehungs-Sackgasse zu suchen? Da draußen ist alles so schön bunt und ist nur einen Klick oder Wisch entfernt. Aber die entscheidende Frage vor all dem Wischen und Klicken ist doch: Haben wir alles probiert? Und anders herum: Bin ich wirklich fair zu meinem Gegenüber am anderen Ende des Netzes? Oder langweile ich mich nur und hätte eigentlich nur gerne ein Update für das, was gerade ist? Leider stellen sich nur wenige dieser Frage und nehmen Verletzungen auf der „anderen Seite“ ignorant in Kauf. Langeweile? Kann echt wehtun …

 

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Hund, Katze, Pferd – Frauen sind tierisch

Um es gleich vorwegzunehmen: Ich bin mir der Tatsache bewusst, dass es da draußen jede Menge Frauen gibt, die auch andere Haustiere halten als jene drei Spezies in der Überschrift. Frauen hamstern. Frauen spinnen. Bei manchen pfeift das Meerschwein. Und manche haben einen Vogel. Hatte ich schon gesagt, dass ich hier niemanden auf Grund seiner persönlichen Haustierwahl angreifen will? Nicht? Dann sei das hiermit getan. Ich meine ja nur, fast jeder hat heutzutage seinen persönlichen Haustierhintergrund. Bei mir war das erste übrigens Weiterlesen

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Vorlesung als Vorspiel?

Da war mal eine Zeit, ich war so Ende zwanzig, als ich in meinen Bemühungen, eine Partnerin zu finden, in einer gefühlten Sackgasse angekommen war. Darf man Sackgasse überhaupt noch sagen, oder ist das gendermäßig schon Macho? Fuck it! Jedenfalls waren die letzten beiden Beziehungen doch relativ sang- und klanglos eben nicht in die Hose, sondern den Bach runtergegangen, und ich fasste den Entschluss, mich erstmal nicht mehr zu binden. Da lachte der Schicksalsgott wohl lauthals und beschloss, mich zu prüfen. Wie machte er das? Nun, es dauerte nach meiner Entscheidungsfindung keine ganze Woche, bis er mir eine junge Dame schickte. Mit „jung“ meine ich 21 vs. meinen 28 oder so, was vom Altersunterschied her in späteren Lebensphasen erstmal nicht so wild klingt. Aber damals ploppte bei mir dieser „als ich in der zehnten Klasse war, da warst du in der dritten“-Gedanke auf. Weiterlesen

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BDSM: Bock auf Stock?

Auf BDSM* bin ich rein zufällig gestoßen, bei der Recherche zu einem völlig anderen Thema. Zu jener Zeit war ich glücklich verheiratet, meine Frau bekannte sich klar zu Vanilla-Sex und so hatte ich das Thema gedanklich abgehakt – jedoch nicht, ohne mir ein Paar Bookmarks zu machen und fürderhin in gewissen Foren wie etwa der Sklavenzentrale mitzulesen. Fast zehn Jahre später war unsere Ehe faktisch durch, auch letzte Rettungsversuche beim Paartherapeuten hatten sich als fruchtlos erwiesen und so dachte ich mir: Okay – jetzt probierst du das mal aus! Schließlich hatte ich ne Ecke früher bei einem BDSM-Discounter (ja, so was gibt es tatsächlich!) eine Art Starter-Kit erworben mit Handschellen, Knebel, Paddels und Gedöns. Meiner Frau angeboten, das Mal zu testen, aber sie wollte nicht. Tja – nun war ich an dem Punkt, das auch mit jemand anderem zu versuchen.

Devoter Dirty Talk

Über Internetforen wollte ich aber nicht gehen, meine Ex hatte erst unlängst mein Notebook gefleddert und so entschied ich mich – ganz Old-School – eine Kontaktanzeige aufzugeben. Den genauen Text der Anzeige weiß ich nicht mehr. „Devote Frau gesucht“ plus eine eigens angelegte Mailadresse war es wohl. Hab ich einen Alterswunsch angegeben? Keinen Plan, ist ja auch egal, letztendlich. Denn nun war Spannung angesagt. Würde sich überhaupt jemand melden? Mit Kontaktanzeigen hatte ich keinerlei Erfahrung, schien mir eher ein altertümliches und darum wohl eher hoffnungsloses Konzept zu sein. Aber siehe da, es kamen einige Mails rein und eine der  Damen schrieb sofort in einem devoten Dirty Talk, den ich so noch nicht kannte. Sprach mich mit „Herr“ an und derlei mehr. Leider habe ich diesen alten Mail-Account nicht mehr und kann darum auch keine Zitate ausgraben. Aber Fakt war, dass wir eifrig hin und her geschrieben haben. Und ich kann durchaus sagen, dass sie es verstand, mich mit puren Worten durchaus heiß auf ein reales Treffen zu machen.

Outfit? Du wirst zufrieden sein!

Jaja, die W-Fragen: Wann, wo und überhaupt. Sie kam aus der Nähe von Nürnberg und so orderte ich (als damals Würzburger) ein Zimmer in einem Motel im Dettelbacher Industriepark, nicht ganz auf halber Strecke, aber in Geiselwind war nichts mehr frei. Wir hatten über Outfit zu diesem Date geschrieben und sie versicherte mir, ich werde zufrieden sein. Die Spannung stieg. Und das Motel machte es nicht unspannender, denn es war komplett frei von menschlichem Personal. EC-Karte, Reservierungsnummer, Schlüssel fällt raus und ab dafür – auch das eine Premiere, kannte ich so bislang nicht. Also raus aufs Zimmer, ganz schön beengt fand ich es da drin, aber ich legte mein Starter-Kit auf dem immerhin vorhandenen Tisch aus und harrte der unbekannten Dame, die da auftauchen würde. Ging raus vors Haus rauchen, sie abpassen, weil eine Klingel fürs Zimmer gab es schlicht nicht.

Nicht wirklich mein Fetisch

Schließlich – ein Auto mit Nürnberger Kennzeichen parkt, eine Frau steigt aus. Etwa in meinem Alter, schlank, nicht hässlich, aber auch keine Schönheit. Uff – noch mal gut gegangen! Wir hatten per Mail keine Bilder ausgetauscht und so hätte ja auch eine veritable Mischung aus Kingkong und Godzilla diesem Opel Corsa entsteigen können. Sie holt eine Tasche aus dem Kofferraum und dann begleite ich sie zum Zimmer, wo sie sich sofort ins WC verabschiedet. „Umziehen“, lautet ihr geraunter Kommentar und ich harre der Dinge, die nun kommen mögen. Wenige Minuten später tritt sie aus dem Bad und hat sich in ein Schulmädchen verwandelt! So mit Kleidchen und langen Socken und Zöpfen. Uff! Nicht wirklich mein Fetisch, aber es gelingt mir, dass mein Unterkiefer nicht nach unten klappt. Das Schulmädchen tänzelt zum Tisch, mustert mein Starter-Kit mit mildem Blick und sagt belustigt: „Da hab ich was Besseres!“ Aus ihrer Tasche – holte sie einen Rohrstock hervor …

Ein stiller Schwur

Nun – ich will ja hier keinen Porno schreiben, warum auch? Das Netz ist voll davon und jeder, der sich so was anschauen möchte, wird schnell und mit Sicherheit fündig. Eine andere Geschichte ist es, selbst in so einer Situation zu sein. Eine Frau schlagen? Und auch noch mit so einem brutalen Werkzeug? Für mich normalerweise ein absolutes NoGo, aber wie Frau Merkel sagen würde: „Nun sind Sie nun mal hier.“ Also kam ich ihr – auf inständiges Bitten – entgegen. Sie wollte das. Sie erzählte mir, sie sei Direktorin eines Internats. Und ja – wir kamen beide auf unsere Kosten. Wenn auch meinerseits mit dem stillen Schwur, so etwas nie wieder zu tun. Danach gingen wir rüber ins BurgerKing – ehrlich gesagt, ich habe meinen Burger nur unter Mühe runter gekriegt. Wir redeten, verabschiedeten uns dann und schrieben noch eine Weile miteinander. Sie verlor den Job im Internat und brach zu einer Wanderung in die Blue Mountains auf. Danach habe ich nie wieder von ihr gehört, aber um Rohrstöcke seither einen großen Bogen gemacht.

*Wikipedia: “Sammelbezeichnung für eine Gruppe miteinander verwandter sexueller Vorlieben, die oft unschärfer als Sadomasochismus bezeichnet werden.”

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Penisbilder – Selfies für untenrum

Penisbilder – die Selfies für untenrum – bekommen heutzutage zahlreiche Frauen geschickt, wenn sie auf Social Media unterwegs sind. Sprang „in der guten alten Zeit“ der Exhibitionist noch standesgemäß hinter einem Busch hervor und entblößte unter seinem klischeehaft langen Trenchcoat sein Geschlechtsteil, dann war das den Lokalzeitungen noch einen Zweispalter auf der Titelseite wert.

Heute ist das anders. Junge Frauen wachsen auf mit Datingportalen; früh lernen sie, dass sich Tinder auf Kinder reimt und die Exhibitionisten der Gegenwart haben es gut. Sie müssen nicht mehr länger frierend hinter dünnlaubigen Büschen ausharren, sondern können bequem im heimischen Wohnzimmer ihr bestes Stück in ein wohlgefälliges Licht setzen und unaufgefordert als persönliche Nachricht an jene Frauen senden, die ihre Aufmerksamkeit erregt haben. Wie geil ist das denn? Musste man früher – zuzeiten der analogen Fotografie – in der Tat fürchten, das Penisbild könnte einem Fotolaboranten auffallen, ist es heute – ohne Furcht vor einer Anzeige – fertig zum Versand, an eine nicht nach oben begrenzte Zahl potentieller Empfängerinnen.

Sind Pornos an den Penisbildern schuld?

Nachdem ich beschlossen hatte, über dieses Thema zu schreiben, wurde mir schnell klar, dass ich diesbezüglich über unzureichende Erfahrungen verfügte und verfasste einen Post in einer sehr lustigen Single-Gruppe auf Facebook, der da lautete: „Tach! Schreibe gerade am Blog der Woche – Thema: Penisbilder! Was sagen die Damen dazu? Sind hier Männer, die schon welche verschickt haben und das kommentieren wollen? Gerne per PN.“ Um es vorweg zu nehmen. PN‘s von Männern, die aktive Verschicker von Penisbildern sind, habe ich nicht bekommen. Was schade ist, denn es hätte mich sehr interessiert, was in diesen Männern dabei vorgeht. Interessant und nachdenkenswert fand ich in diesem Zusammenhang die Aussagen der Hamburger Psychotherapeutin Ann-Marlene Henning, die sie in einem Interview zum Thema „Penisbilder“ der Website „Barbara.de“ traf. Sie sagte: „Für Männer geht es beim Penis häufig um Größe. Schuld daran sind auch die Pornos, die sich sehr, sehr viele Männer regelmäßig anschauen. Hier wird sich erneut verglichen. Doch diese zeigen kein Abbild der Realität, sondern nur Riesen-Penisse, darüber sollten schon Jugendliche aufgeklärt werden. Die Penisgröße ist somit für Männer, was für uns die Kleidergröße ist. Sie fühlen sich zu kurz und wir zu dick. Schuld daran sind unrealistische mediale Bilder.“

Penisbilder – nichts für Frauen

Das fand ich wohltuend relativierend und die ja auch bei mir spontan auftauchende Phrase vom Exhibitionisten durchaus entkräftend. Aber zurück zur Singlegruppe und dem, was die betroffenen Damen dort zum Thema beizutragen hatten. Schnell wurde klar, dass sich eigentlich keine Frau über so eine „Botschaft“ freut. Also fragte ich nach: „Ab welchem Zeitpunkt der Kommunikation kommen die denn? Gleich am Anfang oder erst, wenn man eine Weile geschrieben hat?“ Die Antworten waren unterschiedlich, ließen aber Rückschlüsse auf ein gewisses Muster zu. Hier eine Auswahl: „Laut einigen Damen als Einstieg unmittelbar nach der Frage “wie geht’s“?” „3 bis 4 Sätze … dann kommt das Sex-Thema und die Pimmel-Fotos – äußerst nervig“. „Ich habe auch schon welche komplett ohne Vorwarnung bekommen. Ohne Kommentar, ohne auch nur ein „hallo, wie geht‘s dir“ vorher…“. Oder auch: „Man bekommt Penisbilder entweder als Einstieg mit den Worten “da würdest du doch gerne mal drauf sitzen” oder wenn man schreibt “danke kein Interesse” als Bonus so nach dem Motto “schau was du verpasst”. Was nicht klar wurde in den Feedbacks war, wer das eigentlich verschickt. Jüngere? Ältere? Männer aus einem schwierigen sozialen Milieu? Hierzu gab es keine klaren Aussagen und bringt mich zu der Vermutung, dass es kein klares Muster gibt, sondern schlicht nur eine Fixierung verschiedenster Männer auf ihr bestes Stück, das ihnen als schlagendes Argument in einer persönlichen Unterhaltung erscheint. Oder wie der Lateiner sagt: Coito, ergo sum! Bis bald mal wieder …

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Holla – ein Ohrgasmus?

Da macht dein Gegenüber den Mund auf, spricht zu dir und es haut dich einfach um! Das kennen viele von uns – oder? Dazu muss gar nichts sonderlich Intelligentes oder gar Laszives gesagt worden sein. Da reicht oft schon etwas Banales wie „Ganz schön laut hier“ oder „Kannst du mir sagen, wie spät es ist“? Woher kommt das? Und wohin führt das? Und überhaupt widerspricht so eine Erfahrung doch fundamental der Mainstream-Wahrnehmung in einer optisch gesteuerten Welt. Ja klar, bei einem Musiker oder einer Musikerin, da darf einem bei ner sexy Stimme schon mal die Gänsehaut den Rücken runterlaufen. Aber einfach so im Alltag? Beim Metzger an der Theke? Ich: „Ein paar Bratwürste bitte!“ Die Metzgereifachverkäuferin: „Mit Bärlauch oder ohne?“ Plötzlich siehst du sie für Sekundenbruchteile nackt. Das, was unter der Plastikschürze, die vor dem Verspritzen von Fleischabfällen schützen sollte, zu sehen ist. Das nennt man auditive Wahrnehmung und hat Geschwister: Nämlich die optische und die haptische Wahrnehmung – aber dazu später.

Reality-Check

In der Echtweltmetzgerei wirst du natürlich sagen „Bitte die ohne Bärlauch“ oder was auch immer. Die Fleischschürze der Dame wird wieder intransparent, du legst das Wurstpäckchen in deinen Einkaufswagen und irgendwann einer Kassiererin aufs Band, die vermutlich kein Wort mit dir wechselt. Aber jenseits der Metzgertheke sieht das oft anders aus. Meine Exfrau zum Beispiel: Als die Kinder klein waren,  liebte sie es, mit mir zu nachts zu telefonieren – so von Stockwerk zu Stockwerk – sie schon im Bett, ich noch am Selbstausbeutungs-Freiberufler-Schreibtisch. All das, was am Tage geschehen war, konnte nun in Ruhe besprochen werden und ja – sie stand auf meine Stimme! Was gelegentlich in heißen Elternsex mündete. Und das war gut so.

Das erste, was du hörst …

Nicht anders verhält es sich auf Dating-Portalen. Schreibsel, schreibsel, laber, laber – bis irgendwann eine Seite vorschlägt, zu telefonieren und sogar die – nunmehr Stalking-gefährdete – Handynummer preiszugeben. Oder die Festnetznummer, man weiß nicht, was letztlich schlimmer ist. Ich kenne tatsächlich Leute, die hierzu ein Prepaid-Handy in Reserve haben, aber das ist eine andere Geschichte. Fakt ist: So wie es einen „Blink!“ bei optischer Wahrnehmung gibt, so gibt es genauso einen Wow-Effekt, wenn du dein Geschreibsel-Gegenüber am anderen Ende der Leitung hörst! Aus dem Stimmklang schwingt unglaublich viel rüber, vieles auch, was Optik verbergen mag, die Stimme aber nicht: Optimismus, Frechheit, Paarungsbereitschaft. Resignation, Vorsicht, Schüchternheit. Und so vieles mehr. Wenn du deinen Ohren traust, dann ahnst du normalerweise nach ein paar Minuten, wer da ins Mikrofon spricht oder da lauscht.

Mit Dirty Talk zur erfüllteren Partnerschaft

Ich persönlich habe eigentlich überwiegend positive Resonanz auf die Resonanz meiner Stimme bekommen. Sollte ich deswegen in einem Call-Center arbeiten? Nein – die zahlen zu schlecht und wissen gute Stimmen nicht zu schätzen. Aber was ich zum Thema „Dirty Talk“ noch sagen will: Probiert es aus! Viele unausgesprochene Wünsche gehen im Bett leichter über die Lippen als bei anderen Gelegenheiten und so können Wege hin zu einer erfüllteren Partnerschaft eingeschlagen werden, die sonst nicht so ohne weiteres gangbar wären. Ende? Oh! Ich habe die Haptik vergessen – dazu ein Beitrag an anderer Stelle. Sprecht miteinander, so viel es geht …

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Ach Immer Diese Seuche

Also was spontanen, ungeschützten Sex angeht, so gehöre ich zu der Generation, die da so richtig die Arschkarte gezogen hatte. Ich spreche natürlich von Aids, das vom „Center for Disease Control (CDC)“ am 1. Dezember 1981 als eigenständige Krankheit erkannt wurde. Fuck! Da war ich 15 und durchaus willens, aber noch nicht in der sozialen Position, zu einem reichhaltig-abwechslungsreichen Sexualleben. Um ganz offen zu sein: Zu mehr als Zungenküssen und ein bisserl Petting reichte es damals nicht. Bis sich das dann so nach und nach änderte, änderte sich auch einiges in Sachen Aids: Erste Prominente starben daran, die Presse beschrieb immer schriller, wie sehr die Seuche nun auch ins Mainstreammilieu der Heterosexuellen hineingeschwappt sei und dergleichen mehr.

Aids: Was macht das mit dir?

Mitte der achtziger Jahre war es endlich so weit: Die Pickel der Pubertät waren verheilt, die schlimmsten Auswirkungen der ersten Verkopfung (Sie: Wollen wir mal wieder ausgehen? Ich: Wovon?) waren überstanden, das erste Auto stand bereit und da draußen lockte eine Welt voll von attraktiven Frauen, die es kennenzulernen galt. Und natürlich gerne mehr als kennenlernen, gerne Sex, gerne im Sechserpack, möglichst viel davon. Jaja, die Hormone halt und vor allem dieses überschäumende Testosteron. Blöd, wenn dann nächtens, wenn die Tore deines weiblichen Gegenübers weit offenzustehen scheinen, dein innerer Zensor auf den Plan tritt: „Hast du Kondome dabei?“, grollt er und „Nein, hast du nicht. Warum nicht?“ „Vielleicht, weil ich einfach nur tanzen gegangen bin und …“ wage ich zu antworten und werde eingeschüchtert: „Wenn du jetzt mit dieser Frau schläfst, dann kann das dein Todesurteil sein“, stellt der Zensor grimmig und mit einer gewissen Zufriedenheit fest. Und in der Realität gingen damals allzu oft Tore, die gerade noch offen schienen, ganz schnell wieder zu. Das ging uns nahezu allen so, ob Mann oder Frau.

Plastiktüte überm Kopf

Und natürlich war ich nicht der Einzige, der versuchte, das mit den Präsern zu beherzigen. Wie viele Sorten habe ich ausprobiert? Mehr als zehn, schätze ich und das Ergebnis war bei jeder Variante das Gleiche: Ziehe ich meinem besten Stück eine Gummi-Tüte über den Kopf, dann gruselt „Er“ sich. Warum? Keine Ahnung? Vielleicht „sieht“ Er nichts mehr oder die Hautatmung wird unterbrochen oder was weiß ich. Ich will hier nicht zu sehr ins Detail gehen, aber Fakt war und ist, dass Er das nicht abkann und in 90 Prozent der Versuche mit einer Erektionsstörung reagierte und in den restlichen zehn Prozent schlicht nicht kam. Verstehen kann ich das; wenn mir jemand vor dem Sex eine Plastiktüte über den Kopf zöge, wäre ich auch unlustig.

Shit happens

Also bin ich ins Risiko gegangen. Scheiß auf den Zensor, man lebt nur einmal, „live fast, die young“ und so. Bis dann mal eine Dame dabei war, von der ich erst später erfuhr, dass sie Heroin spritzt. Und da hatte mich der Zensor wieder an den Eiern. „Du musst dich testen lassen!“ plärrte er tagaus, tagein. Bei einem Kaffee mit einer Journalistenkollegin erzählte ich ihr von meinem Dilemma und oha! Anstatt mich für meine Unvorsichtigkeit zu maßregeln (was heute im Sinne der unsäglichen „political correctness“ wohl unvermeidlich gewesen wäre), offenbarte sie mir, dass es ihr ganz ähnlich ging. Auch eine Nacht mit einem dubiosen Mann, willkommen! In der Paranoia-Zelle ist es zu zweit doch gleich viel kuschliger. Was soll ich sagen? Wir sprachen häufiger darüber und irgendwann, beschlossen wir, zum Test zu gehen.

Positiv: Aids-Test negativ

Der „Test“ war damals noch verbindlich im Gesundheitsamt und ich weiß heute noch, wie strange das auf den Wartebänken vor dem Untersuchungszimmer war. Jeder beäugte jeden. Junkie? Stricher? Homo? Die Augen der Wartenden flitzten suchend hin und her. Sedativa für die Augen in Form von Smartphones gab es ja damals noch nicht.

Eine Woche später – ja, so lange dauerte das damals, bis man die Wahrheit erfuhr, waren meine Kollegin und ich dann wieder vor Ort. Erst sie, dann ich – beide HIV-negativ. Das fanden wir positiv. Boah, waren wir erleichtert! Wir kauften an der Tanke eine Flasche Sekt und gingen zu mir – ich wohnte nicht weit weg vom Gesundheitsamt. Gläser klirrten, später schwirrten – Pheromone durch die Luft. Wir schliefen miteinander, es konnte ja nichts Schlimmes passieren. Es blieb bei diesem einen Mal. Und wir sind heute noch gut befreundet.