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Hund, Katze, Pferd – Frauen sind tierisch

Um es gleich vorwegzunehmen: Ich bin mir der Tatsache bewusst, dass es da draußen jede Menge Frauen gibt, die auch andere Haustiere halten als jene drei Spezies in der Überschrift. Frauen hamstern. Frauen spinnen. Bei manchen pfeift das Meerschwein. Und manche haben einen Vogel. Hatte ich schon gesagt, dass ich hier niemanden auf Grund seiner persönlichen Haustierwahl angreifen will? Nicht? Dann sei das hiermit getan. Ich meine ja nur, fast jeder hat heutzutage seinen persönlichen Haustierhintergrund. Bei mir war das erste übrigens Weiterlesen

Dirty Talk – so ne Sache

Reden beim Sex – gar noch „schmutzig“? Wirklich zum ersten Mal bin ich auf das Thema „dirty talk“ gestoßen, als ich Ende der Achtziger „Ein Fisch namens Wanda“ angeschaut habe. Da pimpert dieser „Otto“ Jamie Lee Curtis aufs Heftigste und spricht dabei italienisch, was sie rasend macht. Was weniger bekannt ist: Curtis musste während der Szene ihren Kopf im Kissen verstecken, weil sie ihr Lachen/Grinsen sonst nicht hätte verbergen können. Anyway: Für mich als eingefleischten Monty-Python-Fan war der Film fantastisch! Ich lachte mich schlapp, aber immerhin nicht so krass wie der Däne Ole Bentzen, der beim Ansehen des Films an einem durch starkes Lachen hervorgerufenen Kreislaufstillstand starb. Was blieb? Zumindest eine Ahnung davon, dass Sprechen beim Sex beachtliche Auswirkungen auf den Verlauf des Geschehens haben kann und die Neugier darauf, das auszuprobieren.

Bio-Tonne?

Denn bislang, ich war damals Anfang zwanzig, hatte ich beim Liebesspiel eigentlich immer meinen Mund gehalten. Entweder weil ich ihn beim Knutschen zu voll genommen hatte oder weil ich mich schlicht nicht traute, offensichtlich reale Wünsche wie „Dreh dich auf den Bauch!“ zu artikulieren. Selbst schuld? Ja, das kann ich aus heutiger Sicht durchaus unterschreiben. Aber auch nach dem Film dauerte es noch ziemlich lange, bis der „Wanda-Effekt“ – um ihn mal so zu nennen – auch in meinem Real Life ankam. Das lag nicht ausschließlich an mir. Da gab es etwa eine Partnerin, die es tatsächlich mitten im Liebesspiel fertig brachte zu sagen: „Wir dürfen morgen nicht vergessen, die Bio-Tonne rauszustellen!“ Nun – Erektionen sind ein zartes Geflecht aus Situation, Berührung, Aktionen und durchaus verwundbar. Zum Beispiel durch Worte im falschen Moment. Ja, eine Bio-Tonne hat etwas mit Schmutz zu tun, mehr sogar als all ihre Geschwister-Tonnen. Aber diese Art von Dirty Talk schlug mir wahrlich aufs Gemächt.

Verstörender Tagtraum

By the way: Neulich hatte ich während einer ansonsten öden Busfahrt einen verstörenden Tagtraum zu diesem Thema: Ich war auf einer Demo gegen das neue Polizeiaufgabengesetz in Bayern und lernte dort eine wunderschöne Jung-Grüne kennen, deren Organisation diese Demo auch organisiert hatte. 23 Jahr, blaues Haar, viel Metall im Fleisch – ich war erstaunlicherweise wie hin und weg und wie Tagträume nun mal so sind, landeten wir ohne langes Essengehen und Getue in einem angenehm großen Bett. Knutschen? Vorspiel? Tagträume überspringen so was gern, besonders wenn  der Busfahrer Gelegenheit hat, mal ein paar Haltestellen zu überspringen und so richtig Tempo aufzunehmen! Dann ich so: „Kannst du dieses Vaginal-Piercing mal raus nehmen? Das rubbelt mir den Schwanz wund!“ Das war kein Dirty Talk, sondern ein Hilferuf. Aber sie flippte völlig aus. „Schwanz? Was bist denn du für ein patriarchalisches Arschloch, wenn du solche Wörter benutzt?“ „Welches Wort hätte ich denn benutzen sollen?“ entgegne ich kläglich, derweil meine „Kriegsflagge“ bereits am Darniedersinken ist. „Elender Macho!“ schallt es mir noch entgegen, bevor die Automaten-Kinderstimme des Busses verkündet, dass hier am Sanderring nun Endstation ist.

Klappe halten und genießen?

Was ich noch zu sagen hätte? Ja, immerhin habe ich dann doch mal eine Frau kennen gelernt, bei der mir Sprache, also Wünsche, aber auch bei Gelegenheit deftige Ansagen während dem Sex nicht schwerfielen und auch kein abtörnendes Gezeter provozierten. Das war schön und lässt mich hoffen. Auch wenn ich mich im Laufe der Jahrzehnte immer mehr in diesem Punkt der quasi buddhistischen Position näherte: Klappe halten und genießen!

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Geburt – dabei sein oder nicht?

Okay – zumindest für die Damen unter meinen Lesern stellt sich diese Frage (zumindest vorläufig noch) nicht. Nach wie vor läuft die Geburt nicht ohne die Frau (aber auch das wird sich ändern, wenn es uns als Spezies noch hundert Jahre gibt): Mitten drin, live dabei, viel Geschrei – jaja so geht das, seitdem es unsere Spezies gibt. Für uns Männer ist das ja nicht so. Je nach Kultur und Stimmungslage in der Gesellschaft gibt es unterschiedliche Wahlmöglichkeiten für die selbsternannten Herren der Schöpfung. In früheren Zeiten und zahlreichen Kulturen war es wohl so, dass sich die Männer aus diesem finalen Prozess des „Auf die Welt Kommens“ heraushielten, beziehungsweise sogar herauszuhalten hatten. Stattdessen einen von dem legendären Selbstgebrannten, Füße hochlegen, (vielleicht) beten und der dräuenden Durchsage der Geburtshelferin harren, bei der es eigentlich nur drei Varianten gab: Junge, Mädchen, tot.

Irgendwas mit Hollywood?

Heute in Deutschland ist das natürlich anders. Als für mich zu ersten Mal die Frage auflief, bei der Geburt dabei sein zu wollen oder eben nicht, stand es für mich die Antwort völlig außer Frage: Ja, ich will! Warum das eigentlich so war, ist aus der Retrospektive allerdings unklar. Weil ich es an anderer Stelle, dem Standesamt, eh schon mal gesagt hatte? Woher kam diese klare Positionierung eigentlich? Ich weiß es offen gestanden nicht wirklich. Irgendwas mit Hollywood vermutlich. Eine ausreichend hohe Anzahl geguckter Filme, in denen frisch gebackene Väter – natürlich unter vorheriger Ausblendung blutiger Begleiterscheinungen – glückselig ihren frisch geschlüpften Nachwuchs am Kindsbett im Arm halten. Brainwash halt, im Rückblick kann ich es wirklich nur so bezeichnen und trotz intensiven Nachdenkens gelang es mir nicht, den entscheidenden Film zu identifizieren, der mich dazu bewog, dabei sein zu wollen.

Fruchtwasser weg? No problem!

Aber Fakt war: Ich war voll dabei. Geburtsvorbereitungskurs und solidarisches Hecheln an zufällig anwesenden Petzi-Bällen. Grunzend räkeln auf Isomatten. Und dann: Fruchtwasser geht raus und ab in die Klinik! Eine Klinik im Übrigen mit christlichem Hintergrund (Stichwort Mission), die sich sehr stark dem Gedanken der natürlichen Geburt verschrieben hatte. Was insbesondere die für uns zuständige Hebamme mit einschloss. Fruchtwasser weg? No problem! Jetzt war Treppensteigen angesagt. Rauf runter, runter rauf – dann mal Zwischenstopp, ein bisserl Gefummel in der Vagina, am Muttermund und was weiß ich noch wo und weiter ging das. Fast 24 Stunden und irgendwann war ich so platt – obwohl nur der Mann an ihrer Seite –, dass ich fast vom Petzi-Ball gekippt wäre. Die Hebamme hat mich an die frische Luft geschickt. Ich vergaß zu erwähnen, dass ich aus Schwangerschaftssolidarität mit dem Rauchen aufgehört hatte. Und wer stand da am Ausgang, als ich auf der Suche nach Frischluft war? Richtig – eine Krankenschwester beim Qualmen, die mir wortlos ihre Packung Marlboro hinhielt. Natürlich griff ich zu.

Showdown? Check!

Wenig später war es dann so weit. Der Showdown! Nicht weil das Kind von alleine kam, sondern weil der diensthabende Testosterongeschwängerte Arzt wohl endlich mal was Neues ausprobieren wollte. Den Kristella-Handgriff: Der geht plump gesprochen so, dass der Arzt volle Lotte (Ellbogen voraus) auf den Bauch der Schwangeren drückt und hofft, dass unten was bei raus kommt. Was denn auch der Fall war: unser Sohn, schon blau angelaufen, weil sich die Nabelschnur um seinen Hals gewickelt hatte. Ein Bild, das niemand braucht. Die Löschfunktion im menschlichen Gehirn ist bei derlei Ereignissen verbesserungswürdig. Mehr? Okay, ich halte mich zurück. Nur so viel: Natürlich hatte die brutale Form der Entbindung einen Dammriss verursacht und ich hatte das Vergnügen, diesem psychopathischen Arzt (Zitat: Eigentlich wäre ich gerne Chirurg geworden) beim Zusammenflicken der intimsten Teile meiner Frau zuzusehen. Check! Natürlich hatte auch das Gefummel der Hebamme ohne Fruchtwasser Nachwirkungen – Sohn kommt mit Mittelohr-Infekt auf die Welt, Intensivstation. Check! Der Entzug von Geruch und Aura der Mutter auf der Intensivstation versetzt dem Neugeborenen ein Trauma – zwei Jahre Schreikind ahead – Check! Unfassbar – oder? Trotzdem war ich drei Jahre später wieder mit von der Partie, als mein zweiter Sohn zur Welt kam. Aber das ist eine andere Geschichte. Nur so viel: Schlechte Bilder kriegt man nicht so einfach weg. Das kann einfach der falsche Film oder die falsche Serie sein, die du schaust. Schalt rechtzeitig aus, dein Hirn vergisst nicht. Oder aber eben eine selbstverständlich scheinende Entscheidung im Real Life, die auch immer noch flüstert: Das wolltest du nicht sehen.

Traum-Date

Sind Träume Schäume? Mag schon sein, aber wenn du dich nach einem intensiven Traum an nahezu alles erinnern kannst, dann fällt es schwer den Gedanken abzuschütteln, dass da doch was dran war. So ging es mir unlängst, als ich von meinem Date mit Dati und Geni träumte und von dem ich euch erzählen will.

Wie es so oft in Träumen geschieht, wusste ich nicht mehr, wie es zu diesem Date kam. Aber die Szenerie stand mir leuchtend vor Augen! Ich saß mit den beiden am Rande einer Ausflugswirtschaft, mitten im Wald. Das Licht der Nachmittagssonne brach sich schillernd seine Bahn durch die Kronen der Bäume und ein großer dieser Strahlen illuminierte unseren Tisch aufs angenehmste: Dati, eine blonde Schönheit, seltsamerweise kann ich mich nicht daran erinnern, was sie anhatte. Geht es auch genauer? Nun, eigentlich schien sie mir mehr oder weniger nackt zu sein und über eine beachtliche Oberweite zu verfügen. Was in einer Ausflugswirtschaft eher grotesk ist, aber im Traum geht ja so einiges. Geni hingegen war eher der keltische Typ: langes rotes Haar, Locken, die im milden Wind der Sommerluft schaukelten, grüne Augen und sie trug – das weiß ich seltsamerweise noch – ein mittelalterlich anmutendes Kleid in einem sanften Grün. Dann begannen wir, uns altertümlich zu unterhalten.

Tauchgründe

Ich: Wie kommen wir an diesen Ort? Ich fürchte, ich kann mich nicht des Anlasses erinnern?
Geni lacht und zwinkert mir zu.
Dati: Anlass? Den braucht es doch nimmer, es war einfach ein wunderbarer Zufall!
Ich (überrascht, gerade erst entdeckt): Oh, schaut mal, da drüben ist ein Schwimmteich! Wollen wir zusammen ins kühle Nass? Ich will mich ja nicht dieses Umstands brüsten, aber ich bin ein ausgezeichneter Schwimmer!
Geni lacht, rennt auf den Teich zu und streift im Laufen ihr Kleid ab, unter dem sie nichts getragen hat. Dati ist beinahe genauso schnell und scheint nichts auszuziehen zu müssen? Natürlich bin ich der Letzte, der in die Fluten springt. Sie spritzen mir Wasser ins Gesicht, der Gedanke, dass da in der Nähe mal eine Ausflugswirtschaft nebenan an war, vergurgelt in den Tiefen des Teiches.
Dati (nachdem ich wieder Luft kriege): Hej – jetzt sollten wir uns echt des Lebens erfreuen!
Geni taucht unter, aber die aufsteigenden Luftblasen scheinen „des Lebens, des Lebens“ zu flüstern.
Plötzlich ruft Dati: Achtung! Da ist es tief!
Und verschwindet in der Tiefe. Ich werde leicht panisch, als Geni wieder auftaucht.
Sie sieht sich verwirrt um und fragt: Wo ist Dati?
Entsetzt rufe ich: Sie ist da drüben versunken!
Doch Geni lächelt mich nur an, umfasst mich zärtlich, haucht mir einen Kuss auf die Lippen, sieht noch einmal zu der Stelle, an der Dati versunken ist und murmelt weise: Geh nie zu tief!