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Die Liebe: Schlachtfeld oder Kuschelzone

„Die Liebe ist eine berauschende Droge, die dich durchs Leben schweben lässt. Die Frage ist, wie viele Bewährungsproben sie erträgt, ohne vorzeitig zu zerbrechen.“ Marcello Mastroianni

 „Love is a battlefield“, wusste schon Pat Benater in den 70er Jahren. Dabei schien das damals, in den Zeiten von Hippies, freier Liebe und Woodstock noch viel einfacher als heute. Je komplexer und komplizierter unsere immer digitalere und globalere Welt wird, die sich täglich rasanter zu drehen scheint, umso mehr sehnen wir uns nach Liebe, Zugehörigkeit, Sicherheit. Eine Milliarde Menschen sahen die Hochzeit von Meghan und Harry. Die Familie wird zum Zufluchtsort und Ruhepol, nachdem die Battle des Business immer brutaler wird. Diese Tendenz ist global. Eine gleichzeitige und erschreckende Tendenz: Mittlerweile wird jede ZWEITE Ehe geschieden. In den Städten wohnen 60 Prozent Singles. Lebensabschnittspartnerschaften sind die Regel. Patchwork-Beziehungen auf Zeit lösen die Ehe, „bis dass der Tod uns scheide“, ab. Längst hat der Scheidungsanwalt den Klabautermann ersetzt.

100 different Shades of Grey machen es nicht einfacher! Dazu kommen Dutzende Transgender-Formen. Beziehungen müssen immer anpassungsfähiger werden, um der eklatanten Individualisierung diverser Gender-Formen standzuhalten und unterschiedlichsten Ansprüchen zu entsprechen. Es ist eine „crazy world we live in“. Die Herausforderung, sein persönliches Glück in der Liebe zu finden, scheint größer, als einen Sechser im Lotto zu landen. Ganz ehrlich, wenn wir an der angeblich so glänzenden Oberfläche funktionierender Beziehungen kratzen, finden wir allzu oft Abgründe vor. Die Liebe ist mehr denn je ein Schlachtfeld. Missbrauch, Gewalt, Demütigungen und Schlimmeres sind häufiger, als wir wirklich wissen wollen.

Aber eine Kuschelzonen-Beziehung ist auch nicht das, was uns wirklich beglückt. Wir wollen die Leidenschaft, das Abenteuer, Sex, Sinnlichkeit und Erotik. Und gleichzeitig einen sicheren Hafen mit einem Partner, dem oder der wir vertrauen.

Wie kann eine Beziehung funktionieren und langfristig glücklich machen, im rosa Wolken-Himmel, zwischen Schlachtfeld und Kuschelzone …?

Helfen wirklich solche Beziehungs-Regeln, wie sie zum Beispiel der „Date Doktor“ aus dem Fernsehen fordert? Sehen wir sie uns mal näher an …

  1. Körperliche Anziehung

Ist sicherlich eine Conditio sine qua non für Liebesbeziehungen. Wer sich nicht riechen kann, wird nie wirklich ein Paar auf Dauer bleiben.

  1. Selbe Werte und Zielvorstellungen

Auch dies ist sicher eine Grundvoraussetzung dafür, dass eine Beziehung über längere Zeit funktionieren kann. Wenn ein Partner das Leben auf dem Ponyhof, Kinder, Kuchen backen und stricken bevorzugt, der andere aber ein internationales Rockstar-Leben führen will … So wird das Anderssein die Liebenden vielleicht erst einmal anziehen, früher oder später aber zum Fallstrick.

  1. Ähnliche Interessen

Können ein Schweißmittel sein, das eine Liebe zusammenhält, wenn die Leidenschaft schon lange abhandengekommen ist. Gemeinsame Liebhaberei zum Beispiel für gutes Essen, Reisen, Musik, Kunst, Sport verbinden uns, schaffen Nähe. Sie können aus Liebe eine tiefe Freundschaft erwachsen lassen.

  1. Ähnlicher Coolheitsstatus

Zumeist suchen wir uns Partner, die uns ähnlich sind, was Attraktivität und Status betrifft. Ist ein Partner dem oder der anderen weit über- oder unterlegen, kann es brisant werden und zu Neid, Missgunst, Komplexen und extremer Eifersucht führen, die nach einer Weile tödlich für jede Liebe sein können.

  1. Eine ähnliche Herkunft / Heridität

Ist sicher auch hilfreich. Wenngleich die zunehmende Globalisierung immer häufiger zu ungewöhnlichen Paaren führt. Die aber nicht unbedingt unpassend sein müssen.

  1. Sexuelle Vorlieben

Das Wunderwerk einer sexuell beglückenden Beziehung kann süchtig machen und selbst Paare zusammenführen und – zumindest für eine Weile – zusammenhalten, die auf den ersten Blick nicht unterschiedlicher sein könnten … Aber was, wenn der Alltag, der auf leisen Sohlen sukzessive in die meisten Verbindungen einzieht, die Leidenschaft killt?

  1. Akzeptanz in der Familie und im Freundeskreis

Was, wenn unsere große Liebe von unserer Familie abgelehnt und vom Freundeskreis gemobbt wird? Viele Familien und Freundschaften zerbrechen aus diesem Grund. Am Ende aber zerbricht zumeist die Liebe zum Partner. Denn Blut ist dicker als Wasser bzw. andere Körperflüssigkeiten!

  1. Ähnlicher Umgang mit Geld

Finanzielle Streitereien sind Ursprung vieler Scheidungen. In unserer heutigen Gesellschaft ist der Gott des Geldes übermächtig und das Gefühl, ausgenutzt bzw. „über den Tisch gezogen zu werden“, ist kein guter Nährboden für wahre Liebe. Ich rate zu finanzieller Unabhängigkeit. Abhängigkeit macht immer schwach und schadet jeder Beziehung!

  1. Ein ähnliches Bedürfnis nach Nähe und Distanz

Wenn ein Partner den anderen schon vermisst, wenn der „nur mal Zigaretten holen geht“, ohne – wofür diese Redewendung steht – sich für immer auf und davon zu machen, und der andere seine Freiheit, Zeit für sich und Distanz braucht, so ist das eine schwere Bewährungsprobe für jede Beziehung. Ohne Kompromissbereitschaft schwer zu lösen!

  1. Respekt, Achtsamkeit & Empathie sowie eine funktionierende Streitkultur

Ohne diese Attribute wird keine Beziehung, auch nicht wenn alle 10 „Beziehungsregeln“ Bestand haben, von Dauer sein. Sie sind die Voraussetzung dafür, dass eine Liebe er-wachsen kann. Dies drückt sich auch in der gemeinsamen Streitkultur aus.

Fazit:

Eine Liebe, die auf Leidenschaft beruht und nicht in der gemeinsamen Kuschelzone lauwarm dahinsimmert, wird immer und unausweichlich Konflikten ausgesetzt sein. Je weniger „Regeln“ bei beiden Partnern übereinstimmen, umso größer kann die Leidenschaft sein. Umso unüberbrückbarer ist allerdings auch die Gefahr des Zerbrechens der Liebe. Um das zu verhindern, müssen die Liebenden permanent an ihrer Beziehung „arbeiten“ und Wunder bewirken. Eine Anstrengung, der wir uns heute allzu oft entziehen, um den Weg der Bequemlichkeit zu gehen. Nach dem Motto: Beim nächsten Partner wird alles besser.

Doch ist die Liebe nicht das größte Gut und jede Anstrengung wert?

In diesem Sinne! Wunderschöne, harmonische Oster-Feiertage im Kreise der Liebsten.

Eure

Nicole Rose

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Die Liebe: Schlachtfeld oder Kuschelzone

„Die Liebe ist eine berauschende Droge, die dich durchs Leben schweben lässt. Die Frage ist, wie viele Bewährungsproben sie erträgt, ohne vorzeitig zu zerbrechen.“ Marcello Mastroianni

 „Love is a battlefield“, wusste schon Pat Benater in den 70er Jahren. Dabei schien das damals, in den Zeiten von Hippies, freier Liebe und Woodstock noch viel einfacher als heute. Je komplexer und komplizierter unsere immer digitalere und globalere Welt wird, die sich täglich rasanter zu drehen scheint, umso mehr sehnen wir uns nach Liebe, Zugehörigkeit, Sicherheit. Eine Milliarde Menschen sahen die Hochzeit von Meghan und Harry. Die Familie wird zum Zufluchtsort und Ruhepol, nachdem die Battle des Business immer brutaler wird. Diese Tendenz ist global. Eine gleichzeitige und erschreckende Tendenz: Mittlerweile wird jede ZWEITE Ehe geschieden. In den Städten wohnen 60 Prozent Singles. Lebensabschnittspartnerschaften sind die Regel. Patchwork-Beziehungen auf Zeit lösen die Ehe, „bis dass der Tod uns scheide“, ab. Längst hat der Scheidungsanwalt den Klabautermann ersetzt.

100 different Shades of Grey machen es nicht einfacher! Dazu kommen Dutzende Transgender-Formen. Beziehungen müssen immer anpassungsfähiger werden, um der eklatanten Individualisierung diverser Gender-Formen standzuhalten und unterschiedlichsten Ansprüchen zu entsprechen. Es ist eine „crazy world we live in“. Die Herausforderung, sein persönliches Glück in der Liebe zu finden, scheint größer, als einen Sechser im Lotto zu landen. Ganz ehrlich, wenn wir an der angeblich so glänzenden Oberfläche funktionierender Beziehungen kratzen, finden wir allzu oft Abgründe vor. Die Liebe ist mehr denn je ein Schlachtfeld. Missbrauch, Gewalt, Demütigungen und Schlimmeres sind häufiger, als wir wirklich wissen wollen.

Aber eine Kuschelzonen-Beziehung ist auch nicht das, was uns wirklich beglückt. Wir wollen die Leidenschaft, das Abenteuer, Sex, Sinnlichkeit und Erotik. Und gleichzeitig einen sicheren Hafen mit einem Partner, dem oder der wir vertrauen.

Wie kann eine Beziehung funktionieren und langfristig glücklich machen, im rosa Wolken-Himmel, zwischen Schlachtfeld und Kuschelzone …?

Helfen wirklich solche Beziehungs-Regeln, wie sie zum Beispiel der „Date Doktor“ aus dem Fernsehen fordert? Sehen wir sie uns mal näher an …

  1. Körperliche Anziehung

Ist sicherlich eine Conditio sine qua non für Liebesbeziehungen. Wer sich nicht riechen kann, wird nie wirklich ein Paar auf Dauer bleiben.

  1. Selbe Werte und Zielvorstellungen

Auch dies ist sicher eine Grundvoraussetzung dafür, dass eine Beziehung über längere Zeit funktionieren kann. Wenn ein Partner das Leben auf dem Ponyhof, Kinder, Kuchen backen und stricken bevorzugt, der andere aber ein internationales Rockstar-Leben führen will … So wird das Anderssein die Liebenden vielleicht erst einmal anziehen, früher oder später aber zum Fallstrick.

  1. Ähnliche Interessen

Können ein Schweißmittel sein, das eine Liebe zusammenhält, wenn die Leidenschaft schon lange abhandengekommen ist. Gemeinsame Liebhaberei zum Beispiel für gutes Essen, Reisen, Musik, Kunst, Sport verbinden uns, schaffen Nähe. Sie können aus Liebe eine tiefe Freundschaft erwachsen lassen.

  1. Ähnlicher Coolheitsstatus

Zumeist suchen wir uns Partner, die uns ähnlich sind, was Attraktivität und Status betrifft. Ist ein Partner dem oder der anderen weit über- oder unterlegen, kann es brisant werden und zu Neid, Missgunst, Komplexen und extremer Eifersucht führen, die nach einer Weile tödlich für jede Liebe sein können.

  1. Eine ähnliche Herkunft / Heridität

Ist sicher auch hilfreich. Wenngleich die zunehmende Globalisierung immer häufiger zu ungewöhnlichen Paaren führt. Die aber nicht unbedingt unpassend sein müssen.

  1. Sexuelle Vorlieben

Das Wunderwerk einer sexuell beglückenden Beziehung kann süchtig machen und selbst Paare zusammenführen und – zumindest für eine Weile – zusammenhalten, die auf den ersten Blick nicht unterschiedlicher sein könnten … Aber was, wenn der Alltag, der auf leisen Sohlen sukzessive in die meisten Verbindungen einzieht, die Leidenschaft killt?

  1. Akzeptanz in der Familie und im Freundeskreis

Was, wenn unsere große Liebe von unserer Familie abgelehnt und vom Freundeskreis gemobbt wird? Viele Familien und Freundschaften zerrechen aus diesem Grund. Am Ende aber zerbricht zumeist die Liebe zum Partner. Denn Blut ist dicker als Wasser bzw. andere Körperflüssigkeiten!

  1. Ähnlicher Umgang mit Geld

Finanzielle Streitereien sind Ursprung vieler Scheidungen. In unserer heutigen Gesellschaft ist der Gott des Geldes übermächtig und das Gefühl, ausgenutzt bzw. „über den Tisch gezogen zu werden“, ist kein guter Nährboden für wahre Liebe. Ich rate zu finanzieller Unabhängigkeit. Abhängigkeit macht immer schwach und schadet jeder Beziehung!

  1. Ein ähnliches Bedürfnis nach Nähe und Distanz

Wenn ein Partner den anderen schon vermisst, wenn der „nur mal Zigaretten holen geht“, ohne – wofür diese Redewendung steht – sich für immer auf und davon zu machen, und der andere seine Freiheit, Zeit für sich und Distanz braucht, so ist das eine schwere Bewährungsprobe für jede Beziehung. Ohne Kompromissbereitschaft schwer zu lösen!

  1. Respekt, Achtsamkeit & Empathie sowie eine funktionierende Streitkultur

Ohne diese Attribute wird keine Beziehung, auch nicht wenn alle 10 „Beziehungsregeln“ Bestand haben, von Dauer sein. Sie sind die Voraussetzung dafür, dass eine Liebe er-wachsen kann. Dies drückt sich auch in der gemeinsamen Streitkultur aus.

Fazit:

Eine Liebe, die auf Leidenschaft beruht und nicht in der gemeinsamen Kuschelzone lauwarm dahinsimmert, wird immer und unausweichlich Konflikten ausgesetzt sein. Je weniger „Regeln“ bei beiden Partnern übereinstimmen, umso größer kann die Leidenschaft sein. Umso unüberbrückbarer ist allerdings auch die Gefahr des Zerbrechens der Liebe. Um das zu verhindern, müssen die Liebenden permanent an ihrer Beziehung „arbeiten“ und Wunder bewirken. Eine Anstrengung, der wir uns heute allzu oft entziehen, um den Weg der Bequemlichkeit zu gehen. Nach dem Motto: Beim nächsten Partner wird alles besser.

Doch ist die Liebe nicht das größte Gut und jede Anstrengung wert?

In diesem Sinne! Wunderschöne, harmonische Oster-Feiertage im Kreise der Liebsten.

Eure

Nicole Rose

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Das Geheimnis der Leidenschaft

Es gibt Begegnungen, die sind magisch. Sie vermögen es, unser Leben von einem auf den anderen Augenblick zu verändern. „Augen-Blick“ ist sprichwörtlich gemeint: Wir sehen jemanden und fühlen eine Anziehung, die mit dem Verstand nicht mehr zu erklären ist. Eine solche Geschichte erzählt mein erster Roman, DAS LIEBESVER-SPRECHEN, www.nicolerose.de. Die Sechsologie der Sinne endet im LIEBESVERBRECHEN.

Wir fühlen uns, als ob jemand ein Streichholz genommen hätte und es mitten an unser Herz hält. Tanzen auf dem Vulkan. Voll Entzücken, Begierde und Lust. Geben uns dem anderen vollkommen hin.

Woran nur liegt es, dass wir von einem auf den anderen Moment einem Menschen völlig verfallen? Weiterlesen

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Ein Lob auf die Verlobung?

Um es frei weg zu sagen: Meine Frau und ich waren nie verlobt. Kennengelernt haben wir uns 1974, geheiratet 1979. Geschieden? Nein, habe wir noch nicht geschafft. Mit anderen Worten: Wir hielten die Verlobung für überflüssig. Lässt sich das aber generell behaupten?

Mal sehn. Die Huffington Post schreibt: „Ein Virus geht um. Er nennt sich Verlobungswahn. Er ist extrem ansteckend …“ Stimmt, hab ich auch schon mitbekommen, muss also so sein, denn das Thema hat mich bislang eher kalt gelassen. Warum das jetzt anders ist, darauf komme ich noch. Weiterlesen

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Attraktiv ist viel mehr als sexy

Gestern saßen wir im Straßencafé und sahen den vorüberflanierenden Menschen zu. Wenige waren attraktiv, manche gutaussehend, die meisten wirkten langweilig. Bis dieses Paar vorbeischlenderte, liebevoll eingehakt, er groß, gut gebaut, vielleicht 45, mit ausdrucksvollen, männlichen Gesichtszügen, ein Typ, der wohl bei vielen Frauen bei einem Flirt punkten würde. Sie auch groß, aber vielleicht einen halben Kopf kleiner als er, obelixartig dick (die Form einer zugespitzen Tonne), ein bisschen schmuddelig, vielleicht fünf Jahre jünger und mit einem so dummen Gesichtsausdruck, dass ich zweimal hinschaute, um zu begreifen, dass diese zwei Menschen tatsächlich zusammengehörten.

Was finde ich eigentlich attraktiv?

Spätestens in so einem Augenblick taucht die Frage auf: Wie hat sie ihn gekriegt? Beziehungsweise: Was findet er an ihr? Es dauerte natürlich nur ein paar Sekunden, bis sich die Frage an mich wandte. Was sorgt dafür, dass ich mich für eine Frau spontan interessiere? Weiterlesen

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Fremdgehen – du auch?

Fremdgehen ist mir fremd. Warum das so ist, erzähle ich mal an anderer Stelle. Bleiben wir also beim Allgemeinen: Fremdgehen ist keine Seltenheit. Aus der Tatsache, dass es regelrechte Seitensprungagenturen gibt, lässt sich indirekt auf die Häufigkeit des delikaten Verhaltens schließen. Aber wenn Affären so häufig sind, dass das Bedürfnis danach einen echten Marktwert hat – kann man es dann noch als Fehlverhalten bezeichnen? Auch das wäre eine eigene Überlegung wert.

Wie oft Menschen fremdgehen, weiß man nicht genau. Über das Verhalten der Deutschen konnte ich keine Zahlen finden, wohl aber über die Russen, Schweizer, Schweden und Weiterlesen

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Männerhintern, Männerbauch

Das Verhältnis zwischen Mann und Frau strotzt ja geradezu vor rätselhaften Fakten und Mysterien. Eines davon ist in meinen Augen die Tatsache, dass Frauen bei der Betrachtung eines Mannes zwar zuerst auf die Augen achten, gleich danach aber folgt der Hintern des Mannes. Das ist zunächst einmal ein Fakt, der mir in jüngeren Jahren gänzlich unbekannt war. Die „Bravo“ hatte dazu nichts geschrieben (oder es war in einem jener Hefte, die ich verpasst habe) und die ersten Frauen, mit denen ich zusammen war, sprachen auch nicht darüber. Erst später, in meinen längeren Beziehungen, bekam ich eine Ahnung davon, wie wichtig der Po wohl für die Frauen ist. Etwa, wenn ich in „ihrer“ Begleitung eine neue Hose kaufte und der lobende Kommentar dann lakonisch lautete „Ja, die sitzt am Arsch ganz gut“. Oder im Straßencafé sitzend plötzlich ein freudiger Ausruf angesichts eines vorbeilaufenden Mannes „Wow, der hat ja einen schönen Hintern“. Wer derlei als Mann von sich gibt, darf nicht damit rechnen, dass Frau das gut fände, dies sei nur am Rande angemerkt.

Blick auf den Hintern aus der Urzeit?

Bleibt aber die Frage, woher das eigentlich kommt? Über das gute, alte Bauarbeiter-Dekolleté werden ja zumeist eher abfällige Witze gerissen. Und das mit dem „Arsch in der Hose haben“ ist ja auch eigentlich eher metaphorisch gemeint und bezieht sich auf eine Charaktertugend – zumindest hoffe ich das. Die Wiener Psychologin Gerti Senger erklärte das in einem Interview mit dem „Focus“ so: „Frauen folgen diesbezüglich noch immer archaischen Mustern. In der Urzeit signalisierte ein muskulöser Männerhintern für sie: Der Mann kann schnell rennen, einer Gefahr ausweichen und mich retten.“ Aha! Woher sie das weiß, erklärt die gute Dame nämlich nicht. Verfügt sie über eine Zeitmaschine und hat diverse Steinzeitfrauen verschiedenster Kulturen zum Thema befragt? Ich meine, wenn ein Mann schnell rennen kann, dann er doch auch prima vor einer Frau davonrennen, oder? Nur mal ganz naiv gefragt. Und ob ein flinker Läufer zugleich auch ein brillanter Jäger ist? Wie soll man das bitte am Hintern erkennen?

Nonverbale Ansage an die Steinzeitfrau

Um jetzt mal im steinzeitlichen Kontext zu bleiben: Ein weitaus erfolgversprechenderes Merkmal, um einen erfolgreichen Jäger zu erkennen, wäre es doch, wenn dieser Mann über einen ansehnlichen Bauchansatz verfügt? Der trägt doch ganz klar im wahrsten Sinne des Wortes eine aussagekräftige Message vor sich her – sinngemäß: „Ich kann so viele Mammuts und Wollnashörner killen, dass das nicht nur für meine Sippe reicht, sondern auch um meinen ganz persönlichen Wintervorrat anzulegen!“ Das ist doch mal eine nonverbale Ansage an die Steinzeitfrau, die zudem angesichts des sichtbaren Vorrats davon ausgehen kann, dass dieser Mann auch im nächsten Sommer wieder erfolgreich jagen wird. Braucht es für diese meine These einen Beweis? Ihr findet ihn in jeder Fußgängerzone! Schaut euch die Männer an, die vorbeilaufen und macht eine simple Strichliste: Wie viele mit Knackarsch kommen vorbei und wie viele haben einen ordentlichen Bauch oder Bauchansatz? Für mich ist die Sache klar: Der Männerbauch ist es, der immer noch archaischen Mustern folgt und den „Jagderfolg“ seines Besitzers deutlich zum Ausdruck bringt. Habe fertig, jetzt erstmal ein Bier und einen herzhaften Schweinsbraten.

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Liebe auf Wunsch?

Kürzlich besuchte ich in München eine Gruppe von Menschen, die es tatsächlich für möglich hielten, jedermann lieben zu können. Es komme nur darauf an, dass man das wirklich wolle. Das brachte eine Saite in mir zum Klingen, meine Sehnsuchtssaite.

Der erste Impuls meiner realistischen Seite äußerte sich freilich erst einmal kritisch: „Quatsch. Es ist schon schwer genug, auch nur einen Menschen zu lieben.“ Ja stimmt, und meistens hält das nur bis zum verflixten siebenten Jahr. Nachdem aber etwas in mir einem derartigen Realismus misstraut, drängte gleich ein zweiter Gedanke hinterher: „Warum eigentlich nicht?“ Weiterlesen

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Kosenamen: Wenn der Bärli mit dem Hasen um die Ecke tanzt …

Eine Sache in der Beziehung von Männern und Frauen hat sich mir nie wirklich bis in die Tiefe erschlossen, nämlich das mit den Kosenamen. Ich frage ja nur: Was bringt einen Menschen, der beispielsweise Bernd heißt, dazu, sich von einer Menschin, mit der er nun seit einigen Wochen Körperflüssigkeiten austauscht, plötzlich Bärli nennen zu lassen? Und das auch noch klaglos hinzunehmen? Ist das nicht die freiwillige Aufgabe der eigenen Persönlichkeitsrechte, ja schlimmer noch: der eigenen Identität? Weiterlesen

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Beziehungskiller Langeweile: Weilst du noch, oder langt es schon?

Langeweile – sicherlich einer der Beziehungskiller überhaupt! In reiferen Jahren ist es gerne das verflixte siebte Jahr, das mit diesem Phänomen in Verbindung gebracht wird. Als Teenie können es auch leicht nur sieben Tage sein, die einfach unglaublich lang, langweilig und irgendwie klebrig erscheinen. Ist das nicht seltsam? Woran liegt das? Sind die vielen Möglichkeiten der Jetzt-Zeit schuld? Wie war es denn früher? Sagen wir mal in den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts. Blöd, dass man die nicht fragen kann, weil die damals Liierten überwiegend eines sind, nämlich tot. Laut Wikipedia ist die Langeweile  „das unwohle, unangenehme Gefühl, das durch erzwungenes Nichtstun hervorgerufen wird oder bei einer als monoton oder unterfordernd empfundenen Tätigkeit aufkommen kann“. Hust. Übertrage ich diese Aussage auf das Thema Mann/Frau, dann gehen doch ziemlich schlagartig einige Lichter an.

Erschreckend gleichartige Muster

Bleiben wir doch erstmal bei der „als monoton oder unterfordernd empfundenen Tätigkeit“. Und denken wir das in Richtung Bett. Oder wir nennen es gleich beim Namen – der Sex in Partnerschaften neigt nicht selten dazu, im Laufe der Zeit erschreckend gleichartigen Mustern zu folgen. Oder frei nach dem Motto: Wer zuletzt kommt, den bestraft das Leben! Schließlich müssen wir morgen beide früh raus! Bitte nicht falsch verstehen: Natürlich passiert das nicht von heute auf morgen, es ist eher so wie mit dem Toastbrot im Brotkasten: Ganz lang kann man es noch genießen und plötzlich ist es grün und blau. Schimmel dran! Was dann?

Erzwungenes Nichtstun?

Hier kommt ganz schnell die zweite Aussage aus dem eingangs erwähnten Zitat zur Wirkung, nämlich „das unwohle, unangenehme Gefühl, das durch erzwungenes Nichtstun hervorgerufen wird“. Denn wenn im abendlich-nächtlichen Liebesspiel nicht mehr Rammstein, sondern Fahrstuhlmusik der Soundtrack ist, dann neigt Mensch eben dazu, derlei Aktivitäten einfach zu unterlassen. Erzwungenes Nichtstun also? Das gilt es ja schon zu hinterfragen, denn die Publikumsmedien sind ja voll von „nützlichen Tipps“ und „praktischen Tricks“, wie ein Paar denn diesem Mahlstrom der „eingeschlafenen Füße“ wieder entkommen kann. Allein: Das müssen beide wollen und sich zudem noch auf bestimmte Tipps oder Tricks einigen wollen – was häufig nicht gelingt. Schon das Thema anzuschlagen, gleicht einem diplomatischen Hochseilakt.

Auswegen aus der Beziehungs-Sackgasse?

Yo, und pfeif auf alte Zeiten, die Zeugen können wir eh nicht mehr fragen – heute ist die Antwort auf die „eingeschlafenen Füße“ sehr häufig eine Neuorientierung im Netz. Da wird im Bus zur Arbeit ge-tindert, am Rechner im Büro das Datingportal geöffnet. Und der Grund: die bleierne Langeweile. Das geht noch bunter, bitte ein bisserl mehr bpm für mein Leben, tipp, tipp, tipp. Wozu also die lästige „Arbeit“ auf sich nehmen und mit dem Menschen, mit dem man aktuell in Beziehung ist, nach Auswegen aus der Beziehungs-Sackgasse zu suchen? Da draußen ist alles so schön bunt und ist nur einen Klick oder Wisch entfernt. Aber die entscheidende Frage vor all dem Wischen und Klicken ist doch: Haben wir alles probiert? Und anders herum: Bin ich wirklich fair zu meinem Gegenüber am anderen Ende des Netzes? Oder langweile ich mich nur und hätte eigentlich nur gerne ein Update für das, was gerade ist? Leider stellen sich nur wenige dieser Frage und nehmen Verletzungen auf der „anderen Seite“ ignorant in Kauf. Langeweile? Kann echt wehtun …