Ode an das Leben

Langsam stirbt, wer Sklave der Gewohnheit wird, indem er jeden Tag die gleichen Wege geht; wer nie seine Überzeugungen hinterfragt; wer nie etwas riskiert und nie eine neue Farbe trägt; wer mit niemandem spricht, den er nicht kennt.

Langsam stirbt, wer sich keiner Passion hingibt; wer Schwarz dem Weiß und wer das Tüpfelchen auf dem “i” jeder Gefühlsregung vorzieht, besonders jenen Gefühlen, die die Augen zum Leuchten bringen, die ein Gähnen in ein Lächeln verwandeln und die das Herz vor Kummer bewahren.

Langsam stirbt, wer nicht seine Meinung sagt, wenn er sich unglücklich bei seiner Arbeit fühlt, wer, anstatt einen Traum zu verfolgen, die Sicherheit immer der Unsicherheit vorzieht, wer sich nicht wenigstens einmal in seinem Leben die Freiheit nimmt, sich vernünftigen Ratschlägen zu entziehen.

Langsam stirbt, wer nicht reist, wer nicht liest, wer keine Musik hört, wer nicht auch Würde in sich selbst findet.
Langsam stirbt, wer die Liebe zu sich selbst zerstört; wer sich nicht helfen lässt.
Langsam stirbt, wer die Tage damit verbringt, über sein Unglück oder über den ununterbrochenen Regen zu klagen.

Langsam stirbt, wer ein Projekt aufgibt, bevor er es beginnt; wer keine Fragen stellt zu Argumenten, die er nicht kennt; wer nicht antwortet, wenn man ihn nach etwas fragt, das er weiß.

Vermeiden wir den Tod in sanften Raten, indem wir uns immer erinnern, dass das Leben eine viel größere Anstrengung verlangt als das bloße Atmen. Nur mit unendlicher Geduld werden wir wahre Glückseligkeit erreichen.

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Die Liebe: Schlachtfeld oder Kuschelzone

„Die Liebe ist eine berauschende Droge, die dich durchs Leben schweben lässt. Die Frage ist, wie viele Bewährungsproben sie erträgt, ohne vorzeitig zu zerbrechen.“ Marcello Mastroianni

 „Love is a battlefield“, wusste schon Pat Benater in den 70er Jahren. Dabei schien das damals, in den Zeiten von Hippies, freier Liebe und Woodstock noch viel einfacher als heute. Je komplexer und komplizierter unsere immer digitalere und globalere Welt wird, die sich täglich rasanter zu drehen scheint, umso mehr sehnen wir uns nach Liebe, Zugehörigkeit, Sicherheit. Eine Milliarde Menschen sahen die Hochzeit von Meghan und Harry. Die Familie wird zum Zufluchtsort und Ruhepol, nachdem die Battle des Business immer brutaler wird. Diese Tendenz ist global. Eine gleichzeitige und erschreckende Tendenz: Mittlerweile wird jede ZWEITE Ehe geschieden. In den Städten wohnen 60 Prozent Singles. Lebensabschnittspartnerschaften sind die Regel. Patchwork-Beziehungen auf Zeit lösen die Ehe, „bis dass der Tod uns scheide“, ab. Längst hat der Scheidungsanwalt den Klabautermann ersetzt.

100 different Shades of Grey machen es nicht einfacher! Dazu kommen Dutzende Transgender-Formen. Beziehungen müssen immer anpassungsfähiger werden, um der eklatanten Individualisierung diverser Gender-Formen standzuhalten und unterschiedlichsten Ansprüchen zu entsprechen. Es ist eine „crazy world we live in“. Die Herausforderung, sein persönliches Glück in der Liebe zu finden, scheint größer, als einen Sechser im Lotto zu landen. Ganz ehrlich, wenn wir an der angeblich so glänzenden Oberfläche funktionierender Beziehungen kratzen, finden wir allzu oft Abgründe vor. Die Liebe ist mehr denn je ein Schlachtfeld. Missbrauch, Gewalt, Demütigungen und Schlimmeres sind häufiger, als wir wirklich wissen wollen.

Aber eine Kuschelzonen-Beziehung ist auch nicht das, was uns wirklich beglückt. Wir wollen die Leidenschaft, das Abenteuer, Sex, Sinnlichkeit und Erotik. Und gleichzeitig einen sicheren Hafen mit einem Partner, dem oder der wir vertrauen.

Wie kann eine Beziehung funktionieren und langfristig glücklich machen, im rosa Wolken-Himmel, zwischen Schlachtfeld und Kuschelzone …?

Helfen wirklich solche Beziehungs-Regeln, wie sie zum Beispiel der „Date Doktor“ aus dem Fernsehen fordert? Sehen wir sie uns mal näher an …

  1. Körperliche Anziehung

Ist sicherlich eine Conditio sine qua non für Liebesbeziehungen. Wer sich nicht riechen kann, wird nie wirklich ein Paar auf Dauer bleiben.

  1. Selbe Werte und Zielvorstellungen

Auch dies ist sicher eine Grundvoraussetzung dafür, dass eine Beziehung über längere Zeit funktionieren kann. Wenn ein Partner das Leben auf dem Ponyhof, Kinder, Kuchen backen und stricken bevorzugt, der andere aber ein internationales Rockstar-Leben führen will … So wird das Anderssein die Liebenden vielleicht erst einmal anziehen, früher oder später aber zum Fallstrick.

  1. Ähnliche Interessen

Können ein Schweißmittel sein, das eine Liebe zusammenhält, wenn die Leidenschaft schon lange abhandengekommen ist. Gemeinsame Liebhaberei zum Beispiel für gutes Essen, Reisen, Musik, Kunst, Sport verbinden uns, schaffen Nähe. Sie können aus Liebe eine tiefe Freundschaft erwachsen lassen.

  1. Ähnlicher Coolheitsstatus

Zumeist suchen wir uns Partner, die uns ähnlich sind, was Attraktivität und Status betrifft. Ist ein Partner dem oder der anderen weit über- oder unterlegen, kann es brisant werden und zu Neid, Missgunst, Komplexen und extremer Eifersucht führen, die nach einer Weile tödlich für jede Liebe sein können.

  1. Eine ähnliche Herkunft / Heridität

Ist sicher auch hilfreich. Wenngleich die zunehmende Globalisierung immer häufiger zu ungewöhnlichen Paaren führt. Die aber nicht unbedingt unpassend sein müssen.

  1. Sexuelle Vorlieben

Das Wunderwerk einer sexuell beglückenden Beziehung kann süchtig machen und selbst Paare zusammenführen und – zumindest für eine Weile – zusammenhalten, die auf den ersten Blick nicht unterschiedlicher sein könnten … Aber was, wenn der Alltag, der auf leisen Sohlen sukzessive in die meisten Verbindungen einzieht, die Leidenschaft killt?

  1. Akzeptanz in der Familie und im Freundeskreis

Was, wenn unsere große Liebe von unserer Familie abgelehnt und vom Freundeskreis gemobbt wird? Viele Familien und Freundschaften zerbrechen aus diesem Grund. Am Ende aber zerbricht zumeist die Liebe zum Partner. Denn Blut ist dicker als Wasser bzw. andere Körperflüssigkeiten!

  1. Ähnlicher Umgang mit Geld

Finanzielle Streitereien sind Ursprung vieler Scheidungen. In unserer heutigen Gesellschaft ist der Gott des Geldes übermächtig und das Gefühl, ausgenutzt bzw. „über den Tisch gezogen zu werden“, ist kein guter Nährboden für wahre Liebe. Ich rate zu finanzieller Unabhängigkeit. Abhängigkeit macht immer schwach und schadet jeder Beziehung!

  1. Ein ähnliches Bedürfnis nach Nähe und Distanz

Wenn ein Partner den anderen schon vermisst, wenn der „nur mal Zigaretten holen geht“, ohne – wofür diese Redewendung steht – sich für immer auf und davon zu machen, und der andere seine Freiheit, Zeit für sich und Distanz braucht, so ist das eine schwere Bewährungsprobe für jede Beziehung. Ohne Kompromissbereitschaft schwer zu lösen!

  1. Respekt, Achtsamkeit & Empathie sowie eine funktionierende Streitkultur

Ohne diese Attribute wird keine Beziehung, auch nicht wenn alle 10 „Beziehungsregeln“ Bestand haben, von Dauer sein. Sie sind die Voraussetzung dafür, dass eine Liebe er-wachsen kann. Dies drückt sich auch in der gemeinsamen Streitkultur aus.

Fazit:

Eine Liebe, die auf Leidenschaft beruht und nicht in der gemeinsamen Kuschelzone lauwarm dahinsimmert, wird immer und unausweichlich Konflikten ausgesetzt sein. Je weniger „Regeln“ bei beiden Partnern übereinstimmen, umso größer kann die Leidenschaft sein. Umso unüberbrückbarer ist allerdings auch die Gefahr des Zerbrechens der Liebe. Um das zu verhindern, müssen die Liebenden permanent an ihrer Beziehung „arbeiten“ und Wunder bewirken. Eine Anstrengung, der wir uns heute allzu oft entziehen, um den Weg der Bequemlichkeit zu gehen. Nach dem Motto: Beim nächsten Partner wird alles besser.

Doch ist die Liebe nicht das größte Gut und jede Anstrengung wert?

In diesem Sinne! Wunderschöne, harmonische Oster-Feiertage im Kreise der Liebsten.

Eure

Nicole Rose

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Die Liebe: Schlachtfeld oder Kuschelzone

„Die Liebe ist eine berauschende Droge, die dich durchs Leben schweben lässt. Die Frage ist, wie viele Bewährungsproben sie erträgt, ohne vorzeitig zu zerbrechen.“ Marcello Mastroianni

 „Love is a battlefield“, wusste schon Pat Benater in den 70er Jahren. Dabei schien das damals, in den Zeiten von Hippies, freier Liebe und Woodstock noch viel einfacher als heute. Je komplexer und komplizierter unsere immer digitalere und globalere Welt wird, die sich täglich rasanter zu drehen scheint, umso mehr sehnen wir uns nach Liebe, Zugehörigkeit, Sicherheit. Eine Milliarde Menschen sahen die Hochzeit von Meghan und Harry. Die Familie wird zum Zufluchtsort und Ruhepol, nachdem die Battle des Business immer brutaler wird. Diese Tendenz ist global. Eine gleichzeitige und erschreckende Tendenz: Mittlerweile wird jede ZWEITE Ehe geschieden. In den Städten wohnen 60 Prozent Singles. Lebensabschnittspartnerschaften sind die Regel. Patchwork-Beziehungen auf Zeit lösen die Ehe, „bis dass der Tod uns scheide“, ab. Längst hat der Scheidungsanwalt den Klabautermann ersetzt.

100 different Shades of Grey machen es nicht einfacher! Dazu kommen Dutzende Transgender-Formen. Beziehungen müssen immer anpassungsfähiger werden, um der eklatanten Individualisierung diverser Gender-Formen standzuhalten und unterschiedlichsten Ansprüchen zu entsprechen. Es ist eine „crazy world we live in“. Die Herausforderung, sein persönliches Glück in der Liebe zu finden, scheint größer, als einen Sechser im Lotto zu landen. Ganz ehrlich, wenn wir an der angeblich so glänzenden Oberfläche funktionierender Beziehungen kratzen, finden wir allzu oft Abgründe vor. Die Liebe ist mehr denn je ein Schlachtfeld. Missbrauch, Gewalt, Demütigungen und Schlimmeres sind häufiger, als wir wirklich wissen wollen.

Aber eine Kuschelzonen-Beziehung ist auch nicht das, was uns wirklich beglückt. Wir wollen die Leidenschaft, das Abenteuer, Sex, Sinnlichkeit und Erotik. Und gleichzeitig einen sicheren Hafen mit einem Partner, dem oder der wir vertrauen.

Wie kann eine Beziehung funktionieren und langfristig glücklich machen, im rosa Wolken-Himmel, zwischen Schlachtfeld und Kuschelzone …?

Helfen wirklich solche Beziehungs-Regeln, wie sie zum Beispiel der „Date Doktor“ aus dem Fernsehen fordert? Sehen wir sie uns mal näher an …

  1. Körperliche Anziehung

Ist sicherlich eine Conditio sine qua non für Liebesbeziehungen. Wer sich nicht riechen kann, wird nie wirklich ein Paar auf Dauer bleiben.

  1. Selbe Werte und Zielvorstellungen

Auch dies ist sicher eine Grundvoraussetzung dafür, dass eine Beziehung über längere Zeit funktionieren kann. Wenn ein Partner das Leben auf dem Ponyhof, Kinder, Kuchen backen und stricken bevorzugt, der andere aber ein internationales Rockstar-Leben führen will … So wird das Anderssein die Liebenden vielleicht erst einmal anziehen, früher oder später aber zum Fallstrick.

  1. Ähnliche Interessen

Können ein Schweißmittel sein, das eine Liebe zusammenhält, wenn die Leidenschaft schon lange abhandengekommen ist. Gemeinsame Liebhaberei zum Beispiel für gutes Essen, Reisen, Musik, Kunst, Sport verbinden uns, schaffen Nähe. Sie können aus Liebe eine tiefe Freundschaft erwachsen lassen.

  1. Ähnlicher Coolheitsstatus

Zumeist suchen wir uns Partner, die uns ähnlich sind, was Attraktivität und Status betrifft. Ist ein Partner dem oder der anderen weit über- oder unterlegen, kann es brisant werden und zu Neid, Missgunst, Komplexen und extremer Eifersucht führen, die nach einer Weile tödlich für jede Liebe sein können.

  1. Eine ähnliche Herkunft / Heridität

Ist sicher auch hilfreich. Wenngleich die zunehmende Globalisierung immer häufiger zu ungewöhnlichen Paaren führt. Die aber nicht unbedingt unpassend sein müssen.

  1. Sexuelle Vorlieben

Das Wunderwerk einer sexuell beglückenden Beziehung kann süchtig machen und selbst Paare zusammenführen und – zumindest für eine Weile – zusammenhalten, die auf den ersten Blick nicht unterschiedlicher sein könnten … Aber was, wenn der Alltag, der auf leisen Sohlen sukzessive in die meisten Verbindungen einzieht, die Leidenschaft killt?

  1. Akzeptanz in der Familie und im Freundeskreis

Was, wenn unsere große Liebe von unserer Familie abgelehnt und vom Freundeskreis gemobbt wird? Viele Familien und Freundschaften zerrechen aus diesem Grund. Am Ende aber zerbricht zumeist die Liebe zum Partner. Denn Blut ist dicker als Wasser bzw. andere Körperflüssigkeiten!

  1. Ähnlicher Umgang mit Geld

Finanzielle Streitereien sind Ursprung vieler Scheidungen. In unserer heutigen Gesellschaft ist der Gott des Geldes übermächtig und das Gefühl, ausgenutzt bzw. „über den Tisch gezogen zu werden“, ist kein guter Nährboden für wahre Liebe. Ich rate zu finanzieller Unabhängigkeit. Abhängigkeit macht immer schwach und schadet jeder Beziehung!

  1. Ein ähnliches Bedürfnis nach Nähe und Distanz

Wenn ein Partner den anderen schon vermisst, wenn der „nur mal Zigaretten holen geht“, ohne – wofür diese Redewendung steht – sich für immer auf und davon zu machen, und der andere seine Freiheit, Zeit für sich und Distanz braucht, so ist das eine schwere Bewährungsprobe für jede Beziehung. Ohne Kompromissbereitschaft schwer zu lösen!

  1. Respekt, Achtsamkeit & Empathie sowie eine funktionierende Streitkultur

Ohne diese Attribute wird keine Beziehung, auch nicht wenn alle 10 „Beziehungsregeln“ Bestand haben, von Dauer sein. Sie sind die Voraussetzung dafür, dass eine Liebe er-wachsen kann. Dies drückt sich auch in der gemeinsamen Streitkultur aus.

Fazit:

Eine Liebe, die auf Leidenschaft beruht und nicht in der gemeinsamen Kuschelzone lauwarm dahinsimmert, wird immer und unausweichlich Konflikten ausgesetzt sein. Je weniger „Regeln“ bei beiden Partnern übereinstimmen, umso größer kann die Leidenschaft sein. Umso unüberbrückbarer ist allerdings auch die Gefahr des Zerbrechens der Liebe. Um das zu verhindern, müssen die Liebenden permanent an ihrer Beziehung „arbeiten“ und Wunder bewirken. Eine Anstrengung, der wir uns heute allzu oft entziehen, um den Weg der Bequemlichkeit zu gehen. Nach dem Motto: Beim nächsten Partner wird alles besser.

Doch ist die Liebe nicht das größte Gut und jede Anstrengung wert?

In diesem Sinne! Wunderschöne, harmonische Oster-Feiertage im Kreise der Liebsten.

Eure

Nicole Rose

Frühlingsgefühle – Frühling ist für alle da

Der Frühling kommt. Und das Erstaunliche daran: Er kommt nicht nur für mich, er kommt auch für dich, für uns alle. Eine banale Erkenntnis? Ja. Und nein.

Meistens schauen wir ja aus dem Häuschen unseres Ich auf die Welt und eben auch auf den Frühling. ICH freue mich über die Sonne, MIR tun ihre wärmenden Strahlen so gut, ICH bin froh, dass der Winter endlich rum ist. Aber geht es nicht uns allen so? Der Frühling ist eine wunderbare Gelegenheit für einen Perspektivenwechsel Weiterlesen

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Die Grundlagen der Liebe(02)

Dass Mutterliebe bzw. die Liebe und Zuwendung einer Bezugsperson eine Säule unserer Liebesfähigkeit darstellt, ist also klar. Aber es gibt eine weitere, an die wir meist nicht denken, weil sie so selbstverständlich ist wie unser Herzschlag.

Liebe auf dem Mutterplaneten

Wir werden also geboren. Neun Monate wurden unsere Sinne optimiert und unser Gehirn ist voller Erwartung auf die Fülle des Neuen, das ihm nach dem „Planeten Mutter“ seit Jahrtausenden auf dem „Planeten Erde“ geboten wird. Und da sind sie: die zärtlichen Stimmen meiner Mutter, meines Vaters, meiner Großmutter, meines Großvaters, meiner Verwandten, meines Stammes. Sie alle nehmen mich in den Arm, liebkosen mich, geben wir die erste Sicherheit, gut und richtig angekommen zu sein, nicht den Planeten verfehlt zu haben. Weiterlesen

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Die Grundlagen der Liebe (01)

Haben Sie das schon einmal erlebt: Sie geraten in eine Liebesbeziehung, geben viel oder vielleicht sogar alles von sich, aber es kommt wenig zurück. Der Partner oder die Partnerin mag vielleicht Spaß am Sex haben, aber auf seelischer Ebene bleibt die Liebe stumm?

Wir neigen dann gerne zu Vorwürfen oder Unterstellungen; auf jeden Fall empfinden wir: Er oder sie liebt mich nicht (mehr). Und das kann gut sein, denn wenn die Grundlagen der Liebe nicht oder nur unzureichend gelegt wurden, dann kann sich diese wundervollste aller menschlichen Fähigkeiten nur schwer entfalten. Weiterlesen

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Ein Lob auf die Verlobung?

Um es frei weg zu sagen: Meine Frau und ich waren nie verlobt. Kennengelernt haben wir uns 1974, geheiratet 1979. Geschieden? Nein, habe wir noch nicht geschafft. Mit anderen Worten: Wir hielten die Verlobung für überflüssig. Lässt sich das aber generell behaupten?

Mal sehn. Die Huffington Post schreibt: „Ein Virus geht um. Er nennt sich Verlobungswahn. Er ist extrem ansteckend …“ Stimmt, hab ich auch schon mitbekommen, muss also so sein, denn das Thema hat mich bislang eher kalt gelassen. Warum das jetzt anders ist, darauf komme ich noch. Weiterlesen

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Fremdgehen – du auch?

Fremdgehen ist mir fremd. Warum das so ist, erzähle ich mal an anderer Stelle. Bleiben wir also beim Allgemeinen: Fremdgehen ist keine Seltenheit. Aus der Tatsache, dass es regelrechte Seitensprungagenturen gibt, lässt sich indirekt auf die Häufigkeit des delikaten Verhaltens schließen. Aber wenn Affären so häufig sind, dass das Bedürfnis danach einen echten Marktwert hat – kann man es dann noch als Fehlverhalten bezeichnen? Auch das wäre eine eigene Überlegung wert.

Wie oft Menschen fremdgehen, weiß man nicht genau. Über das Verhalten der Deutschen konnte ich keine Zahlen finden, wohl aber über die Russen, Schweizer, Schweden und Weiterlesen

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Liebe auf Wunsch?

Kürzlich besuchte ich in München eine Gruppe von Menschen, die es tatsächlich für möglich hielten, jedermann lieben zu können. Es komme nur darauf an, dass man das wirklich wolle. Das brachte eine Saite in mir zum Klingen, meine Sehnsuchtssaite.

Der erste Impuls meiner realistischen Seite äußerte sich freilich erst einmal kritisch: „Quatsch. Es ist schon schwer genug, auch nur einen Menschen zu lieben.“ Ja stimmt, und meistens hält das nur bis zum verflixten siebenten Jahr. Nachdem aber etwas in mir einem derartigen Realismus misstraut, drängte gleich ein zweiter Gedanke hinterher: „Warum eigentlich nicht?“ Weiterlesen

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Männer sind Holzkohle, Frauen Briketts

Einen imaginären Freund hat man im Kindesalter, so die landläufige Meinung. Mädchen häufiger als Jungs, ab dem Grundschulalter dann etwa gleich oft. Das Phänomen ist wohl uralt, obwohl die ersten Studien dazu natürlich erst aus dem 20. Jahrhundert stammen. Erst als ich las, dass frühe Gesellschaften das Phänomen als einen Kontakt zu den Ahnen oder den Göttern interpretierten, war mein Interesse geweckt: Wie und was wäre mein imaginärer Freund? Wie wäre dieses Wesen drauf? Wäre es eine Sie oder ein Er? Aus meinen eigenen Erinnerungen kann ich da leider nicht schöpfen, denn ich bin in den Siebzigern Kind gewesen; zu einer Zeit, als es noch Spielkameraden in Hülle und Fülle gab, und wir Kinder barsch ins Haus gerufen wurden, wenn es dunkel wurde. Ganz anders als heute, wo man als Eltern den Nachwuchs zum Gassi-Spielplatz befehlen muss – und sei es nur für eine halbe Stunde. Praktisch übrigens, wenn man als Elternteil auch einen Hund hat, dann geht das in einem Aufwasch. Aber ich schweife ab.

Nahezu jeder Mensch hatte als Kleinkind seinen imaginären Freund

Kolportiert wird nämlich, dass es überwiegend Einzelkinder sind – beziehungsweise durch Scheidung oder die Segnungen des Niedriglohnsektors mit integrierter Isolationshaft Betroffene –, die auch in reiferem Alter die unstillbare Sehnsucht nach einem Partner hegen. Nach einem Partner, der genau ihr Spiel spielt, dieses „Du willst, was ich will“. Und wenigstens fast immer für sie da ist. Besser: So oft wie möglich? Langer Rede, kurzer Sinn: Eine Menge Menschen da draußen, denen ich begegnet bin, leben in puncto Partnerschaft fröhlich nach dem Motto „Farmen und formen!“ Ein Begriffspaar, das ich gerne erklären will – und zugleich auch eine Hypothese aufstellen.  Warum? Weil ich’s kann. Weil ich jetzt einfach mal behaupte, dass nahezu jeder Mensch als Kleinkind seinen imaginären Freund hatte. Wobei die Wahrscheinlichkeit, diese Kleinkind-Phase zu vergessen, hoch ist: Das kann in den Träumen passiert sein, „diese eine Woche damals, als du drei warst und ‚Fieber‘ hattest“. Gut, Eltern könnten das wissen. Vielleicht. Und vor allem, wenn man sie rechtzeitig fragt, bevor sie sterben. Tut aber kaum einer. Stattdessen gilt das Motto: „Farmen halt“ (erklär ich weiter unten), offiziell nach dem passenden Sexual- und dann idealerweise auch Lebenspartner. Passt endlich jemand in dieses Beuteschema, dann passiert etwas Neues!

Mächtige Verdrängungsmechanismen

Also bitte jetzt nicht falsch verstehen, diese Zwischenüberschrift war nicht männerverachtend gemeint. Haben die schnell lodernden Männer eine NGO, bei der ich mich diesbezüglich entschuldigen kann? Finde jetzt nix, pisse erst mal an den Zaun der Gender-Korrektheit. Und kehre zurück zum roten Faden. Es passiert etwas Neues! Was ist das? Es ist natürlich (sonst wäre es nicht als Hypothese formuliert) das „Formen“. Und da unterscheiden sich Männer und Frauen anfangs kaum. Der Abgleich zwischen dem „Imaginären Freund“ und der Person gegenüber (Stehtisch, Sitzecke, Sofa – wer weiß?) erfolgt rasch. Fucking schnell sogar, um es jetzt  mal auf Neudeutsch zu sagen. Ist er negativ – Reboot, wir kennen das – dann geht es zurück auf das „Farmen“-Level. Farmen? Das ist eigentlich ein Begriff aus der Computerspielszene, der das Anhäufen von Ressourcen im Spiel umschreibt, und in der althergebrachten Sprache so ungefähr „warm halten auf kleiner Flamme“ bedeutet. Ist der Vergleich aber positiv, dann scheiden sich nun häufig die Geister, vulgo Geschlechter und natürlich gibt es mächtige Verdrängungsmechanismen.

Geist aus der Flasche

Ja, ich weiß – habe jetzt immer noch keine Antwort auf die Grill-Frage in der Überschrift gegeben. Grill-Frage? Ja klar doch. Die jungen Menschen heute hatten per Geburt durchwegs Zentralheizung. Nix mit Kinderjobs wie „die volle Ölkanne vom Keller bis in den dritten Stock tragen“. Kohleschippen war nicht meine Generation, muss aber auch Scheiße gewesen sein. Ach ja, der Grill: Die jungen Menschen kennen die Unterscheidung zwischen Holzkohle oder Brikett, wenn sie totes Tier oder neuerdings auch Zucchini mit irgendwas drauf auf einen Alu-Rost über einem zufällig anwesenden Feuer rösten. Und genau so ist das auch beim Umgang mit der eher unfreiwillig beobachteten  Entdeckung: Das könnte mein (neuer) „Imaginary friend“ sein! Entweder es lodert schnell (Mann) oder die Entdeckung ist so beachtlich, dass eine längere Observation erforderlich ist (Frau). Oder man ist ab einem gewissen Alter einfach drüber weg. Projektion und Indoktrination auf einen – wie auch immer ausgewählten Partner – hilft nicht?

Episches Duell zweier Backmaschinen

Und an diesem Punkt komme ich zu dem Moment zurück, in dem ich beschlossen habe, zu diesem Thema zu schreiben. Weil das „Du willst, was ich will“ steckt natürlich auch in mir. Und das „Formen-Wollen“ kenne ich natürlich auch. In der Regel enden solche Beziehungen wie beim epischen Duell zweier Backmaschinen: Zerfetzter Teig auf beiden Seiten und nix, was man in den Ofen schieben und danach genießen könnte. Und ja – im Nachgang dieser Erwägungen neige ich dazu, meinen „Unsichtbaren Freund“ nicht mehr im Außen, bei anderen Menschen, sondern in mir drin zu suchen. Das sollte doch kein Problem sein? Was ich im Vorschulalter konnte … kann ich jetzt auch.