Meine Freiheit wird die Deine

Wenn Du an Dir Du selber wirst

Die Quelle Deiner Liebe strömt in meine

Wenn Du Dich in Dich selbst verlierst

Liebe will Liebe

Aus dem Tiefenrausch, dem Grund

Liebe will Liebe

Allmacht, Ja in Gottes Seelenmund

Du bist in Dir von jeher Erde

Im Schoß der Welt ruht Ewigkeit

Du lebst in Dir das alte „Stirb und Werde“

Dein Schoß ist fruchtbar und wird weit

Liebe will Liebe

Schönheitsstab und Sommersohn

Liebe will Liebe

Samen, Herzanis und Mädchenmohn

Herrschen heißt der Liebe dienen

Es gibt kein Weil und kein Wozu

Dienen heißt dem Leben zu geziemen

Es lebt im Wir das Ich und Du

Liebe will Liebe

Ohne Mein und ohne Dein

Liebe will Liebe

Nur was wirklich ist, soll sein

Unsere Freiheit wird bestehen

Wenn wir aus uns wir selber sind

Die Quelle unserer Liebe will uns sehen

Weil mit uns die Welt beginnt

(Aus dem Gedichtzyklus „Ja, Du“ von Hans Christian Meiser)

Was an Dir getan ist, sage

Kraft des un-bedingten Ja

Was an Dir geschehen wird, wage

Höre auf die Tiefe. Sie ist da

Im Bejahtsein werden wir uns stets verlieren

Weil es sich selbst an uns erfüllt

Lass dies Geschenk in Dir niemals erfrieren

Auch wenn ein Nein das Ja umhüllt

Was wir waren, lässt die Liebe in uns sterben

Sie nimmt und gibt zugleich

Sie will, dass wir durch sie befähigt werden

Arm zu sein und unermesslich reich

In ihr entdecken wir die Ja-Allmacht

Ins Leben sterben wir hinein

Sie führt uns auf die Spur der Tagesnacht

Wir finden sie. Und kehren heim

Der, dem die Wirklichkeit begegnet

Wird selbst ursprünglich, ohne Scheu

Der, der uns in Liebeswahrheit segnet

Ist selber Ursprung, ewig neu

Er lässt sich ganz in uns geschehen

Kraft des un-bedingten Ja

Ohne Augen können wir ihn sehen

Er ist die Tiefe. Er ist da

(Aus dem Gedichtzyklus „Ja, Du“ von Hans Christian Meiser)

Ich bin in Dich verwandelt

Vergess mich immer neu in Dir

Es ist ein Wort, das aus sich handelt

Es führt zu uns: Aus dort wird hier

Dies Wort gebiert die Melodie des Seins

Es sieht am tiefsten mit den Augen des Vertrauens

Durch seine Saat sind wir in Licht und Schatten eins

Und wohnen in der Kunst des In-sich-Schauens

Wir singen uns das Lied von innen

Ins Sein hineingeöffnet und vollbracht

Wir wollen nicht verlieren, nicht gewinnen

Wir kennen nur die Freiheit, nicht die Macht

Wir wandeln uns zum Ursprung und sind deshalb jung

Wir wachsen nicht im Mittelmond

Wir brechen unser Brot in der Vereinigung

In der die körperliche Seele thront

Wir schöpfen aus der Tiefe, aus der wir letztlich sind

Und leben nicht im Binnenraum von „Ich bin ich“

Die Schönheit und die Liebe sind unsrer Freiheit Kind

Denn ich bin Du. Und Du meinst mich.

Wir sind in uns verwandelt

Vergessen uns stets neu im Sein

Es ist ein Wort, das aus sich handelt

Es führt zu uns: Wir sind daheim

(Aus dem Gedichtzyklus „Ja, Du“ von Hans Christian Meiser)

Ich sehe Dich von innen her

Du hast mich ganz berührt

Wir strömen in das Urbildmeer

Ich hab mich tief in Dir gespürt

Wir sind Liebe

Freiheitsfrühling und Verzicht

Wir sind Liebe

Herzgeburt und Sterngesicht

Wir haben uns so viel zu geben

Auf dem Wege zur Vollkommenheit

Wir können diese Nacht bewegen

Mit der Kraft der Zärtlichkeit

Wir sind Liebe

Trauerquell und Freudenleid

Wir sind Liebe

Und der Ewigkeit geweiht

Wir schauen uns in nie gekanntem Maße

Getauter Tränen Heiterkeit

Wir sind Reinheit und Ekstase

Federleicht verflossen in die Zeit

Wir sind Liebe

Unerschöpflich schön und zart

Wir sind Liebe

Ursprung in der Gegenwart

(Aus dem Gedichtzyklus „Ja, Du“ von Hans Christian Meiser)

Ich trete Dir entgegen

Und geb mich weg zu Dir

Und lebe um des Gebens wegen

Und finde mich in Dir

Auch wenn Du fort bist

Bleibst Du verwandelt hier

Du weißt, dass dies der Ort ist

An dem die Wahrheit wächst: Im Wir

Aus ihm heraus entspringt der Samen

Der Schöpfungsmorgen, Gottgeburt im Ja

Aus Sehnsucht rief es unsren Namen

Wir hörten ihn. Jetzt sind wir da

Die Liebe rief uns aus dem Nichts

Wir lebten ortlos im Wenn-Dann

Bis auf ein Zeichen des Gesichts

Die Freiheit uns für sich gewann

Sie hat uns berührt

Wir sind am Ende alter Zeit

Sie hat uns mit sich fortgeführt

Nun sind wir die Ewigkeit

Und treten uns entgegen

Es gibt jetzt kein Zurück

Und leben um des Gebens wegen

Und gehen hin und bringen Glück

(Aus dem Gedichtzyklus „Ja, Du“ von Hans Christian Meiser)

Ich lasse Dich geschehen

In mir, in meinem Ja

Ich kann nur diesen Weg begehen

Und bin in Dir dem Ursprung nah

Ich bin zu Dir bereit

Es gibt nicht mehr um-zu

Du tust in mir die Wirklichkeit

Wirst selbst in Freiheit: Du

Du bist das Ja der Ewigkeit

In Deinem Atem lebt das Wort

Es hat Dich von Dir selbst befreit

Und nimmt den Zweifel von Dir fort

Du schaffst den Raum der Freiheit um Dich her

Nicht neben mir und ohne Nein

Du wirkst mit mir zusammen, wir sind leer

Für das unendliche Gesetz vom Sein

Die Liebe spricht zu Dir: Mein Leben, tanze

Sie bietet Dir das Wort als Handlung an

In jedem Teil lebt fruchtbar noch das Ganze

Das Wort als Weg ist immer schon getan

Wenn wir erst werden, wer wir wirklich sind

Dann sind wir frei und leben als Begegnung

Wir sehen uns als jener Freiheit schönstes Kind

Das Leben heißt in endloser Bewegung

Sie lässt uns geschehen

In ihr, in ihrem Ja

Wir können diesen Weg begehen

Und sind in uns dem Ursprung nah

(Aus dem Gedichtzyklus „Ja, Du“ von Hans Christian Meiser)

Ich bin nicht, was ich habe

Und hab Dich nicht und bin

Und bin ich für Dich die Gabe

Bist Du, da ich bin

Du bist die Gabe, nicht der Geber

Durch Dich erhält das Lied den Klang

Durch Dein Geschenk erblicke ich den Weber

Des Fadens, der uns zusammen spann

Wenn ich dich in Deiner Freiheit sehe

Nehme ich die Chance wahr

Eins zu sein mit Dir in einer Nähe

Die Ferne ist und jeder Lüge bar

Unterwegs zu sein im Flusse des Vergessens

Heißt lieben um der Freiheit willen

Und keine Macht des Wägens und des Messens

Vermag den Durst nach der Unendlichkeit zu stillen

Die Welt verschenkt sich liebend an ihr Kind

Und verzichtet auf ein Bild von Dir

Ich liebe das Geheimnis Deiner Freiheit wie den Wind

Und singe Deine Melodie in mir

Ich bin nicht, was ich habe

Und hab Dich nicht und bin

Und bin ich für Dich die Gabe

Bist Du, da ich bin

(Aus dem Gedichtzyklus „Ja, Du“ von Hans Christian Meiser)

Jeden Morgen alleine aufwachen. Jede Nacht einsam einschlafen. Nur das Kissen umarmen. Den Tag müssen wir in Isolation verbringen. Nicht einmal die Abwechslung eines Restaurantbesuchs, eines Kinoabends oder einer Theatervorstellung. Wir sind „gefangen“ in uns selbst, mit uns selbst. Das ist ein Gefühl von Absurdität und führt manche sensible Seele an den Rand des Abgrunds. Gerade jetzt, wo ganz Deutschland durch Corona gegeißelt und in die Isolation gezwungen ist.

„Und Gott der HERR sprach: Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei; ich will ihm eine Gehilfin machen, die um ihn sei.“ 1.Mose 2:18

BLOSS NICHT ÜBER UNS SELBST NACHDENKEN!

Wir sind Abwechslung gewöhnt. Soziale Kontakte tun uns gut. Sie sind wie Sauerstoff, der unsere Seele zum Atmen bringt. Unsere Herzen lächeln lässt. Letztlich auch, weil sie Weiterlesen

Wer kennt sie nicht? Diese bittersüße Sehnsucht, das intensive Gefühl, den drängenden Wunsch nach etwas, was wir gerade nicht – vielleicht sogar nie ­– haben können. Wenn wir in einer Beziehung sind, sehnen wir uns nach einem freigeistigen Single Dasein und Polyamorie. Sind wir Single wünschen wir uns eine Beziehung mit „The one and only“. Sind wir beruflich im Hamsterrad, sehnen wir uns nach Freiheit. Sind wir frei und gefordert in der Selbständigkeit … So sehnen wir uns nach Sicherheit.

Wo immer wir sind, was immer wir tun. Viele von uns wünschen, ein anderes und vollkommeneres Leben zu führen. Das zu finden, was im gegenwärtigen Leben fehlt. Und die Medien: Sie machen uns vor, wie das perfekte Leben und die wahre Liebe auszusehen haben. Mein Sängeridol Dennis De Young von Styx fand schon in den 70er Jahren die richtigen Worte. „And if you think your life is complete confusion because your neighbor has it made. Just remember that it’s a grand illusion. And deep inside we’re all the same!”

Die Sehnsucht ist ein nagendes Gefühl aus Schönheit und Schmerz. Sie ist eng verbunden mit Liebe, Lust bis hin zu Leid und Leidenschaft.

Was ich nicht haben kann, ist begehrenswert. Die Begierde danach … Sie kann uns süchtig machen, schwermütig und verzweifelt. Haben wir einen Moment lang das Gefühl, sie erfüllt zu bekommen, sind wir in traumtänzerischer Trance. Die Erfüllung unserer Sehnsucht macht süchtig. Die verzweifelte Suche nach ihr krank.

Purple Schulz hatte mal einen genialen Song dazu mit folgendem Text:

SEHNSUCHT

Purple Schulz

Regen fällt, kalter Wind
Himmel grau, Frau schlägt Kind
Keine Nerven und so allein
Das Paradies kann das nicht sein.
Männer taumeln müd‘ nach Haus
Die kalte Seele fliegt hinaus
Kind muß weinen, Kind muß schrei’n
Schrei’n macht müde und Kind schläft ein
Ich hab‘ Heimweh
Fernweh? Sehnsucht
Ich weiß nicht, was es ist
Keine Sterne in der Nacht
Kleines Kind ist aufgewacht
Kind fragt, wo die Sterne sind
Ach was weiß denn – ich mein Kind.
Ist der große schiefe Mond
Eigentlich von wem bewohnt
Warum ist der Himmel leer
Ist da oben keiner mehr? Ich hab Sehnsucht
Ich will nur weg
Ganz weit weg
Ich will raus! Warum hast Du mich gebor’n
Bevor ich da war, war ich schon verlor’n
Land der Henker, Niemandsland
Das Paradies ist abgebrannt
Ich hab‘ Heimweh
Fernweh? Sehnsucht
Ich weiß nicht, was es ist
Ich will nur weg
Ganz weit weg
Ich will raus!
(Text: Purple Schulz (1984) Patric Wust)

Wie aber hängt nun die Sehnsucht zusammen mit der Liebe, der Lust, der Leidenschaft und dem damit verbundenen Leid?

Die Sehnsucht des Körpers manifestiert sich in der Lust. Sie macht uns schwindlig, süchtig nach einem Gefühl, das so schön und süß ist, dass es unstillbar ist.

Die Sehnsucht der Seele manifestiert sich in der Liebe. Ihrem Kern entsprechend leider zumeist zu Menschen, Momenten, ja sogar Dingen, die wir nicht halten können. Was und wen können wir schon wirklich besitzen und behalten?

Wenn sich Lust und Liebe vereinigen entsteht eine magische Verbindung. Sie ist rar und eine gleichzeitig unerklärliche, atemberaubende, aber auch gefährliche Droge. Wird sie uns entzogen, ist das Leid unermesslich für unsere Seele und unseren Körper.

Mein sehr weiser früherer Religionslehrer sagte einmal: Glücklich ist, wer seine ideale Droge niemals gefunden hat. Und wenn nun die Sehnsucht selbst die Droge ist, und die Menschen in die wir sie hineinprojezieren gar nicht unserer Idealisierung entsprechen können? Dann wird aus der Sehnsucht eine Obsession und aus unserem Leben und Lieben eine Achterbahn.

Doch die Sehnsucht hat auch Gutes. Sie zeigt uns die Punkte auf, unserem Leben und unsere Seele noch nicht zusammenfließen. Ihrem Drängen nachzugeben kann erfüllen und uns glücklich machen. Wir können aber auch in unser Verderben rennen.

Die Heilung: auf unser Herz hören und ihm folgen. Jedoch den Verstand wachsam wie einen Adler über unsere Seele wachen lassen. Unserer Intuition, dem inneren Wissen vertrauen. Dann können wir unser Glück, wahre Liebe, Lust und Leidenschaft finden. Ohne dass unsere Seele verbrennt. Und: Eine verkraftbare Portion Sehnsucht ist die Zutat, die aus einer faden Beziehung eine prickelnde, funkensprühende Verbindung zaubert.

Alles andere ist zu viel zum Sterben und zu wenig zum Leben.

Eure Nicole Rose